Windisch
Der Steuerfuss soll auf 124 Prozent erhöht werden

Gemeinde braucht mehr Geld für anstehende Investitionen. Darum schlägt der Gemeinderat dem Souverän im Budget 2012 einen Steuerfuss von 124 Prozent vor.

Marc Reinhard
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Zofinger Tagblatt

Es werde wohl niemand Freude zeigen, antwortet Finanzvorsteherin Heidi Ammon auf die Frage, mit welchen Reaktionen sie aus dem Einwohnerrat rechne. «Ich hoffe aber sehr, dass sich das Parlament der Verantwortung bewusst ist, die es mit dieser Entscheidung trägt. Man plädiert ja in diesem Gremium oft für Eigenverantwortung.»

Der Gemeinderat schlägt dem Souverän im Budget 2012 einen Steuerfuss von 124 Prozent vor. Dies würde eine Steigerung um 6 Prozent bedeuten. Den Steuerfuss anzuheben, sei unumgänglich, nur so seien die nötigsten Investitionen möglich. Diese habe man in den vergangenen Jahren auf niedrigster Flamme gehalten, etwa im Unterhalt der Strassen und Hochbauten. «Wir sind gerade daran, in Windisch ein Zentrum zu bauen und unser Dorf von Grund auf zu ‹erneuern›. Wir wollen nach aussen und innen attraktiver werden, um unsere Steuerkraft zu erhöhen und diesen Teufelskreis zu durchbrechen», sagt Ammon. Dazu gehöre auch, hochwertige Wohnungen an schöner Lage anzubieten und gute Voraussetzungen für Dienstleistungsbetriebe zu schaffen. «Wenn wir nichts tun, stehen wir auf verlorenem Posten».

Mehr Schulden sind keine Lösung

Die Hauptschuld am unbeliebten Vorstoss geben die Behörden den enorm gestiegenen Kosten im Gesundheits- und im Bildungswesen, die den Gemeinden vom Kanton auferlegt werden. Diese «gebundenen Ausgaben» sind seit 2002 in Windisch um satte 4,5 Millionen Franken gestiegen. Eine Entwicklung, die zwangsläufig zu höheren Steuern führen müsse. Denn: «Als finanzschwache Gemeinde haben wir kaum Alternativen. Mit Sparen allein sind die Mehrausgaben nicht zu kompensieren», schreibt die Finanzverwaltung im Bericht zum Voranschlag. Selbst mit den Mehreinnahmen von 684000 Franken durch den höheren Steuersatz wäre die angezielte Eigenfinanzierung von 2 Millionen Franken nur knapp gegeben.

Eine Schuldenexplosion, wie man sie in den Jahren 1998 bis 2004 hatte, komme für die Gemeinde Windisch nicht infrage.

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