Villigen

Der starke Franken beschäftigt am Martini-Treff die Aargauer Unternehmer

«Der starke Franken zwingt dazu, innovativ zu sein», referierte Ökonom Peter Buomberger vor dem Publikum in der Trotte.

«Der starke Franken zwingt dazu, innovativ zu sein», referierte Ökonom Peter Buomberger vor dem Publikum in der Trotte.

Am Martini-Treff in Villigen diskutierten lokale Geschäftsinhaber, Politiker und Wirtschaftsleute über die Geldpolitik. Und Ökonom Peter Buomberger referierte vor dem Publikum: «Der starke Franken zwingt dazu, innovativ zu sein.»

Es wurde referiert, diskutiert, viel gelacht und musiziert. Der Martini-Treff, das ist der Polit- und Wirtschaftsanlass der Region Brugg. Zum siebten Mal wurde er organisiert und die KMU-Inhaber, Politiker und Wirtschaftsleute kamen in Scharen. Angenehm das Ambiente in der Trotte, die Gäste sind früh genug da, um sich schon mal beim Welcome-Drink die Hand zu schütteln.

Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg, begrüsste in erster Linie Unternehmerinnen und Unternehmer, die Gäste wie Grossratspräsident Markus Dieth, Regierungsrat Alex Hürzeler, National- und Grossrat Thierry Burkart, Peter Buomberger, Senior Consultant Avenir suisse, Monika Rühl, Geschäftsleitungsvorsitzende Economiesuisse und Urs Schnell, CEO der Kabelwerke Brugg. Schwungvoll leitete Paul Stalder zum Referenten Peter Buomberger über, der noch gar nicht an der Reihe war.

Stalder hatte die Grussworte von Grossratspräsident Markus Dieth und Regierungsrat Alex Hürzeler vergessen. Dieth und Hürzeler nahmen’s gelassen; attestierten der Region Brugg wirtschaftlich optimale Rahmenbedingungen. Kabarettist Flurin Caviezel nahm den Fauxpas später auf und erinnerte, dass ja auch der Martini-Treff am 5. November vor Martini stattfinde.

Ökonom Peter Buomberger erklärte in seinem Referat, dass nicht nur die Geldpolitik Einfluss auf die Frankenstärke hätten, sondern auch Erwartungen. «Sobald Marktteilnehmer eine höhere Verschuldung erwarten, steigt die Nachfrage nach dem Schweizer Franken aus dem Ausland.» Es sei dies ein komplexes System der Einflussfaktoren. Der starke Franken zwinge die Unternehmen, innovativ zu sein. Auf der anderen Seite gelte es, Bürokratie und regulatorische Hürden abzubauen.

«Verschlaft Digitalisierung nicht»

Urs Schnell, CEO der Kabelwerke Brugg, erklärte auf dem Podium, dass von seinen 2000 Mitarbeitenden sechs bis sieben nur mit diesen Regulierungen, «Mehrwertsteuer- und Import-Theater» beschäftigt seien. «Wir müssen auf Wettbewerbsfähigkeit bauen, automatisieren und verschlaft die Digitalisierung nicht», erklärte er zum Publikum gewandt.

Auch Monika Rühl appellierte an die anwesenden Nationalräte, die Vorschläge im Regulierungsbereich mit offenem Visier anzugehen. Moderator David Kaufmann hatte zwischenzeitlich Mühe, die angeregte Diskussion zu unterbrechen. Mit Blick auf die Uhr und feinem Gespür für den folgenden Apéro riche erklärte er: «Ich muss da unterbrechen, sonst werden die panierten Crevetten kalt und das mag ich nicht.»

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