Habsburg
Der SRF-Dok-Filmer Hanspeter Bäni zwischen Krieg und Dorfidylle

Mit seinen Dokumentationen sorgt Bäni oft für Gesprächsstoff. Zuletzt war er durch den Fall Carlos in den Medien präsent. Der Globetrotter hat schon vieles gesehen und verrät, warum er mit seiner Familie in der kleinen Gemeinde Habsburg lebt.

Nik Dömer
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Hanspeter Bäni bei den Dreharbeiten für eine Dokumentation in Kamerun.

Hanspeter Bäni bei den Dreharbeiten für eine Dokumentation in Kamerun.

Christoph Müller

In letzter Zeit hat wohl kaum ein anderer Schweizer Dokumentationsfilmer für so viel Aufsehen gesorgt wie Hanspeter Bäni. Vor allem der Fall Carlos ist ein omnipräsentes Thema in den Schweizer Medien, das durch eine seiner Dokumentationen entstanden ist. Kein Wunder also braucht Hanspeter Bäni ein ruhiges Zuhause und Umfeld, um einen guten Ausgleich zu seinem turbulenten Alltag zu bekommen. Dieses hat er in der Gemeinde Habsburg gefunden. Ein kleines Dorf mit 430 Einwohnern.

Leben bei Naturvölkern

Der 58-jährige SRF-Dok-Filmer war schon an vielen Orten zu Hause. Er reiste in jungen Jahren um die Welt. Auf einer Amerikareise im Jahre 1978 verlängerte er seinen geplanten Halbjahres-Aufenthalt um weitere dreieinhalb Jahre. Neue Begegnungen mit Menschen und das Kennenlernen fremder Kulturen waren ihm schon immer wichtig. Er lebte in dieser Zeit bei verschiedenen Naturvölkern in Mittel- und Südamerika. Fasziniert von indianischen Hochkulturen reiste er mitten im Bürgerkrieg zu Tempeln der Mayas in Guatemala.

Ein paar Jahre nach dem Aufenthalt in Lateinamerika, arbeitete Hanspeter Bäni auf dem afrikanischen Kontinent. Genauer in Senegal und Gambia. Dort organisierte der gelernte Tiefbauzeichner und Maurer, der später im Fernstudium auch noch die Matura nachholte, für einen Reiseanbieter «Survival-Wochen» für Topmanager. Was ihm aber nach eigenen Angaben zu dumm wurde, da die Wertschätzung mancher Manager gegenüber fremden Menschen und deren Kulturen kaum vorhanden war.

Weihnachtsgeschichte über Habsburg

Anfangs der 90er-Jahre stieg Hanspeter Bäni in die Medienwelt ein. Er arbeitete als Moderator für verschiedene Radiosender. Unter anderem auch für das Radio Argovia. Durch den neuen Job hat Bäni in den Aargau gefunden und somit auch nach Habsburg. «Ich schrieb 1991 eine Weihnachtsgeschichte, die sich in Habsburg abspielt, ohne dass ich die Gemeinde und die Burg jemals vorher besucht habe. Danach nahm ich mir das kleine Dorf und das Schloss genauer unter die Lupe und verliebte mich sofort», erklärt Hanspeter Bäni.

Kurz darauf habe er sich entschlossen mit seiner Frau in die kleine Gemeinde zu ziehen, erzählt Bäni weiter. In der Kurzgeschichte, die er geschrieben und wohlbemerkt auch die Zeichnungen selber gemalt hat, geht es um den «Ruedeli-Geist», die Seele des Rudolf von Habsburg, der seinen Schatz seit Jahrhunderten vor der Menschheit bewacht.

Staubt Medienpreise ab

Ab 1997 wechselte Hanspeter Bäni zum Fernsehen. Zuerst arbeitete er als Redaktor beim Tele M1, TV3 sowie für ein Spezialprojekt beim ZDF in Berlin. Anschliessend wechselte er im Jahr 2000 zum Schweizer Fernsehen. Dort machte er zuerst Reportagen für das Magazin Rundschau. Ab 2007 für die Formate Reporter und Dokumentarfilme. Er staubt im Verlauf seiner Karriere mehrere Medienpreise ab. Seiner neuen Heimat in Habsburg bleibt er stets treu.

Hanspeter Bäni ist zufrieden mit seinem Zuhause. Er lebt mit seiner Frau und seinem 17-jährigen Sohn in einem Reiheneinfamilienhaus. Hier werde er nicht oft auf seine Arbeit angesprochen, erzählt der Filmemacher. Er geniesst die Landschaft und sucht den Ausgleich beim Joggen oder Velofahren im Wald. Beruflich zieht es ihn weiterhin oft in die Ferne.

Unvergleichliches Glück

In einer Ausgabe der Habsburg Info schreibt er im Editorial: «Wenn ich dann nach einer aufwühlenden Reise wieder heimkehre zur Familie, das kleine Dorf unterhalb der Habsburg mit den gepflegten Wiesen erblicke, dann empfinde ich jedes Mal Dankbarkeit.» Er sei sich bewusst, dass er unvergleichliches Glück habe, in einem der reichsten Länder der Welt an einem so idyllischen Ort zu leben. Er gebe es gerne zu: Habsburg ist sein Zuhause, so Hanspeter Bäni.

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