Windisch
Der SP-Gemeinderat, der stets dazulernt

Der Windischer Gemeinderat Christoph Haefeli spricht über seinen grössten Erfolg und vergebliche Sitzungen.

Claudia Meier
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SP-Gemeinderat Christoph Haefeli. (Archiv)

SP-Gemeinderat Christoph Haefeli. (Archiv)

Annika Bütschi

Der Apotheker Christoph Haefeli wurde vor zwei Jahren für die SP in den Windischer Gemeinderat gewählt. Der Politiker hat sich gut eingelebt. «Es hat sich gezeigt, dass ich im richtigen Ressort gelandet bin, dessen Themen Soziales, Gesundheit, Alter und Jugend mir nahe stehen», sagt Haefeli zufrieden. Da er im Gemeinderat Windisch zusammen mit Max Gasser neu begonnen hat, bekamen die beiden eine gute Einführung. «Wir haben einen kollegialen Gemeinderat, der bei Bedarf auch mal ein Thema von Null her aufrollt», sagt der SP-Politiker. Die Verwaltung sei gut eingespielt, sehr konstruktiv und hilfsbereit. Fragen und Extraabklärungen seien jederzeit möglich. Fazit: Christoph Haefeli lernt jede Woche Neues dazu.

Das Amt als Gemeinderat ist deutlich aufwendiger als jenes als Einwohnerrat. Das hat Auswirkungen auf das Privatleben und die berufliche Situation. «Im Beruf konnte ich mein Pensum auf 70 Prozent reduzieren», erzählt Haefeli. Trotzdem sei es manchmal schwierig, alle Termine unter einen Hut zu bringen. «Mein Leben ist hektischer geworden und es gibt öfters einen Sonntag, an dem ich dann einfach nur ‹abhänge› . . .»

Treffpunkt Integration läuft weiter

Ein Neueinsteiger im Gemeinderat übernimmt im Normalfall nahtlos viele laufende Tagesgeschäfte und Projekte. «Es braucht schon viel Aufmerksamkeit, diese in Zusammenarbeit mit der Verwaltung gut zu begleiten», sagt Haefeli, der Windisch auch schon als Einwohnerratspräsident vorstand.

Im Gemeinderat bringt er sich zu Themen anderer Ressorts ein, wenn er eine klare Meinung hat. «Wenn nicht, höre ich zu und versuche, abzuwägen und mitzuentscheiden», so der Apotheker. In diesem Sinne habe er noch keine grossartig neuen Stricke gedreht oder zerrissen, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Als grössten Erfolg in der ersten Halbzeit der laufenden Amtsperiode erwähnt er: «Es ist mir gelungen, den Betrieb des Treffpunkts Integration für weitere zwei Jahre zu sichern und vom Einwohnerrat bestätigt zu erhalten. Wohlverstanden wiederum mit der Unterstützung der Verwaltung und des Gemeinderats.» Zudem musste Windisch den Kanton und umliegende Gemeinden im Boot halten. Für Haefeli ist der Treffpunkt Integration ein einfaches, aber wichtiges Integrationsangebot. «Es ist ein freiwilliges Projekt und somit ist es in der finanzschwachen Gemeinde Windisch nicht selbstverständlich, dass es auf breite Akzeptanz zählen darf», betont er.

Jeder Franken wird umgedreht

Der erfahrene Politiker weiss, wie schwierig es sein kann, alle Fakten und Meinungen auf eine Reihe zu bringen. Verwaltung, Gemeinderat, Aussengemeinden, Randbedingungen, Finanzen und so weiter spielen in ein Projekt hinein und müssen aufeinander abgestimmt werden. «Da ist es auch schon vorgekommen, dass eine Sitzung oder Besprechung nach einer Woche bereits wieder überholt und vergebens war», stellt Christoph Haefeli fest. An Herausforderungen mangelt es dem SP-Gemeinderat nicht: «Windisch kämpft mit den Finanzen.» Da werde jeder Franken zweimal umgedreht. «In meinem Ressort müssen die Gelder für die Sozialhilfe gesetzeskonform und sehr klug eingesetzt werden.» Ein grosser Brocken werde auch die Umsetzung der Schulraumplanung darstellen. Diverse Schulbauten seien renovationsbedürftig.

Nach über 20 Jahren Erfahrung im Einwohnerrat, wusste Christoph Haefeli mehr oder weniger, «wie der Hase läuft» und was ihn erwartet. Positiv überrascht ist er trotzdem, wie kollegial der Gemeinderat funktioniert und wie effizient die Verwaltung arbeitet.

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