Remigen
Der siebte Haxenfrass im «Füürwehr Hofbräuhuus» könnte der letzte sein

Der Feuerwehrverein Remigen geniesst mit seinem Haxenfrass im «Füürwehr Hofbräuhuus» Gastrecht in der «Alten Trotte». Jetzt ist Liegenschaft zum Verkauf ausgeschrieben und der lieb gewonnene Anlass findet unter Umständen zum letzten Mal statt.

Michael Hunziker
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Gute Laune am Haxenfrass: Beim traditionellen Anlass im «Füürwehr Hofbräuhuus» wird gegessen und gefestet, geschwatzt und getanzt.

Gute Laune am Haxenfrass: Beim traditionellen Anlass im «Füürwehr Hofbräuhuus» wird gegessen und gefestet, geschwatzt und getanzt.

zvg

Der Saal ist mit rund 250 Gästen proppenvoll, die Stimmung aufgeräumt. Eine kurze Begrüssung und dann – innerhalb von wenigen Minuten – kommen die heiss begehrten und berühmten Haxen auf den Tisch. Grilliert und köstlich gewürzt. – Die Szene spielt sich nicht etwa in München, sondern im «Füürwehr Hofbräuhuus» des Feuerwehrvereins Remigen ab.

Der grosse Haxenfrass hat sich zu einer schönen – und vor allem beliebten – Tradition entwickelt. Die siebte Austragung in diesem Jahr könnte allerdings die letzte sein. Nicht, weil die Organisatoren den Verleider hätten oder weil – wie andernorts – die Jungen nicht mitmachen. Ganz im Gegenteil. Aber: Der Feuerwehrverein geniesst Gastrecht in der «Alten Trotte» hinter dem Restaurant Bären. Und diese Liegenschaft mit dem angrenzenden Grundstück ist zum Verkauf ausgeschrieben.

Anfang Jahr wurden die Organisatoren von der zuständigen Erbengemeinschaft über die Pläne ins Bild gesetzt. Eine Überraschung war die Nachricht nicht: «Wir haben gewusst, dass es einmal fertig sein kann. Deshalb waren wir auf die Entwicklung gefasst und konnten uns darauf einstellen», sagt Hanspeter Süss vom Feuerwehrverein Remigen.

Schon einmal war Schluss

Überhaupt: Ganz neu ist die Situation für den Feuerwehrverein nicht. Vor 15 Jahren stand der erste Haxenfrass auf dem Programm, noch in einer anderen Scheune, die von den Vereinsmitgliedern liebevoll hergerichtet wurde. Schon damals war nach der vierten Austragung Schluss, weil das Haus verkauft wurde.

Mit der «Alten Trotte» sei dann eine ideale Örtlichkeit gefunden worden. «Das war für uns ein Glücksfall», stellt Süss fest. Zu Beginn waren die Räumlichkeiten nicht im besten Zustand. Der Verein brachte sie mit viel Herzblut in Schuss, investierte Zeit und Geld, baute um und richtete ein. Erneuert wurden unter anderem die Böden, erstellt wurde eine Bühne. Im Zweijahresrhythmus öffnete in der Folge das «Füürwehr Hofbräuhuus» seine Türen und die Gäste aus dem Dorf und aus der Region strömten herbei.

Weil noch nicht feststehe, wann ein Käufer für die «Alte Trotte» gefunden werde und was genau mit der Liegenschaft passiere, bleibe ein Hintertürchen offen, sagt Süss. Aber: «Die Leute bedauern es, dass unter Umständen ein lieb gewonnener Anlass verschwindet», antwortet er auf die Frage nach den Reaktionen. «Derzeit können wir einfach nicht sagen, ob und wie es weitergeht.» Für ihn steht fest: Es braucht eine schöne und stimmungsvolle Lokalität. In einer nüchternen Turnhalle könnte er sich den Haxenfrass nicht vorstellen.

«Die Leute wollen feiern»

Denkbar wäre auch, so Süss weiter, ein Anlass in einer anderen Form. Denn als der Feuerwehrverein Remigen mit dem Haxenfrass – ganz im Stil des Münchner Oktoberfests mit Bier, Dirndl und Lederhosen – begann, hätte es in der Region nichts Vergleichbares gegeben. «Die Inspiration für unser ‹Füürwehr Hofbräuhuus› holten wir in Bayern. Es war etwas Einmaliges», erinnert sich Süss. In den letzten Jahren habe es einen regelrechter Boom gegeben. «Heute finden an vielen Orten Oktoberfeste statt. Vielleicht ist einmal ein gewisser Sättigungsgrad erreicht.»

Allzu viele Gedanken will er sich indes – noch – nicht machen. Vorerst gilt die ganze Aufmerksamkeit dem bevorstehenden siebten Haxenfrass vom 23. und 24. Mai. Für Süss ist klar: «Wir wollen wieder ein unvergessliches Fest in einem tollen Ambiente bieten.» Der bewährte Ablauf wird beibehalten. Aus gutem Grund: «Die Leute wollen feiern und zu guter Musik tanzen, wollen es lustig haben und zusammensitzen.» Vertreten seien alle Arten von Gästen, ergänzt Süss, sowohl jüngere als auch ältere Semester. «Wir haben ein gut durchmischtes Publikum.»

Die Haxen werden übrigens – wie gewohnt – auf Vorbestellung zubereitet, die Sitzplätze sind reserviert und für Unterhaltung sorgen die «Coconuts». Wer sich nicht angemeldet hat, der kann dem Feuerwehrverein gleichwohl problemlos spontan einen Besuch abstatten, denn im hinteren Teil der Trotte wird das grosse – ebenfalls gemütlich und stilvoll eingerichtete – «Hofbräuhuus-Pub» geführt. «Alle können bei uns ein- und ausgehen. Genügend Platz ist vorhanden.»

Füürwehr Hofbräuhuus am Freitag und Samstag, 23. und 24. Mai, Eröffnung jeweils um 19 Uhr.