Birr

Der Secondhandshop «Treffpunkt Kleiderkarussell» hat seine Fläche verdoppelt

Initiantin Daniela Hausherr (l.) und Mitbegründerin Alice Zrotz wollen Menschen in Not helfen.

Initiantin Daniela Hausherr (l.) und Mitbegründerin Alice Zrotz wollen Menschen in Not helfen.

Der «Treffpunkt Kleiderkarussell» in Birr öffnet zum Sommerschlussverkauf seine Tore für alle. Die Ladengrösse konnte ausgebaut werden, weil angrenzende Räumlichkeiten frei geworden sein.

«Mit Homeoffice und Kurzarbeit hatten wohl viele Zeit, ihren Kleiderschrank auszumisten», sagt Daniela Hausherr, Sozialdiakonin der reformierten Kirchgemeinde Birr. Gemeinsam mit 14 freiwilligen Helfern betreibt sie den «Treffpunkt Kleiderkarussell», ein Secondhandgeschäft für Menschen in finanzieller Notlage.

Nach dem Lockdown wurde das Team überrannt von Leuten, die ihre überzähligen Kleider spenden wollen. So passte es denn auch, dass der Laden im Untergeschoss der Wydenstrasse 14 in Birr, der ebenfalls bis zum 11. Mai geschlossen war, seinen Dornröschenschlaf zum Um- und Ausbau genutzt hat.

Dadurch, dass angrenzende Räume frei wurden, konnte die Ladenfläche beinahe verdoppelt werden. Nach Mottenkugeln und altem Staub riecht es mitnichten in den schmuck eingerichteten Räumlichkeiten. Angenommen werden ausschliessliche saubere, nicht defekte und zeitgemässe Waren während der regulären Öffnungszeiten.

Der Armut soll nachhaltig entgegengewirkt werden

Mit dem Ausbau des Ladens konnte das Angebot ausgeweitet werden. So sind nun nicht mehr nur Schuhe und Kleider verfügbar, sondern auch Bettwäsche, Haushaltsartikel, kleinere Elektromaschinen und Spielsachen. «Der Nachhaltigkeitsaspekt ist uns sehr wichtig», sagt Hausherr. Es sei ein Irrsinn, intakte Sachen wegzuschmeissen, während andere diese gebrauchen könnten. Dies war auch der Grund, weshalb sie 2015 das Projekt, anfangs noch im Pfrundhaus, dem Kirchgemeindehaus, lancierte. «Als Sozialdiakonin habe ich mit verschiedensten Menschen zu tun. So merkte ich, dass viele ihre noch guten Sachen abgeben möchten und nicht wissen wohin damit. Andererseits benötigen Menschen etwas und wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Mein Ziel war es daher, eine Plattform für beide Seiten zu schaffen.» Auch Alice Zrotz, die von Anfang an dabei ist, freut sich über den vergrösserten Laden und das erweiterte Angebot.

Der «Treffpunkt Kleiderkarussell» wird von der reformierten Kirche Birr unterstützt, soll aber finanziell selbsttragend sein. Um Platz für die Winterkollektion zu schaffen, findet vom 24. August bis zum 17. September ein grosser Sommerausverkauf statt, an dem auch ohne Bezugskarte eingekauft werden darf. Kleider, die sich nicht verkaufen lassen, werden übrigens nicht weggeschmissen, sondern an den Verein Dienende Hände weitergeleitet, der ähnliche Projekte in Rumänien betreut. (pbr)

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