Tiefenlager
«Der Sachplan muss überarbeitet werden»

Die Grünen Brugg weisen den «Sachplan geologisches Tiefenlager Etappe1» zurück. Sie vermissen in der ganzen Planung eine Weitsicht, die einen zukünftigen Ausstieg aus der Produktion der Atomenergie umfasst.»

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«Unter nachhaltigem Umgang mit radioaktiven Abfällen verstehen wir Lösungen, die wissenschaftlich standhalten und nicht unter politischem Druck möglichst rasch – zuungunsten der Standortbevölkerung und der Qualität – ausgearbeitet werden», stellen die Grünen Brugg in einem Communique fest.

Die Grünen Brugg begrüssen, «dass die Nagra ihre Pflicht, die radioaktiven Abfälle langfristig und sicher in einem Endlager unterzubringen, ernst nimmt. Sie vermissen in der ganzen Planung aber eine Weitsicht, die einen zukünftigen Ausstieg aus der Produktion der Atomenergie umfasst.»

«Eiltempo ist nicht angebracht»

Zudem dürfe, so die Grünen Brugg, «kein Standortentscheid gefällt werden, solange die technische Ausführung des Tiefenlagerkonzepts unausgereift ist und weder Sicherheit noch Rückholbarkeit garantiert sind. Darüber hinaus sind die sechs Standorte auf den gleichen geologischen Kenntnisstand zu bringen. Diese Abklärungen sind zeitintensiv und dürfen nicht aufgrund politischer und wirtschaftlicher Sachzwänge im Eiltempo erfolgen.»

Die Grünen Brugg monieren zudem, dass die Standorte Nördlich Lägern und Bözberg in der Vergangenheit immer als Reservestandorte erwähnt und als «geologisch weniger geeignet» eingestuft worden seien. «Nun werden sie auf der gleichen Ebene wie die anderen vier Standorte behandelt. Dies ist vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Wissensgrundlagen nicht nachvollziehbar.»

Scheinpartizipation

Die Art und Weise der Mitsprache der Bevölkerung entspreche einer Scheinpartizipation, stellen die Grünen Brugg fest. «Der einseitige Informationsfluss, gekoppelt mit Zeitdruck, macht es nur den naturwissenschaftlich vorgebildeten Einwohnern möglich, die Dokumente überhaupt zu verstehen.»

Die Grünen Brugg machen zudem geltend, dass der Kanton Aargau mit den drei Atomkraftwerken Leibstadt und BeznauI und II sowie mit dem Zwischenlager in Würenlingen bereits heute für die gesamte Schweiz einen grossen Teil der Lasten der Atomtechnologie trägt. «Diesem Sachverhalt ist bei der Standortevaluation unbedingt Rechnung zu tragen», betonen die Grünen Brugg.

Vor dem Hintergrund all dieser kritischen Aspekte lehnen sie den «Sachplan geologisches Tiefenlager Etap-pe1» in dieser Form ab und fordern dessen Überarbeitung und ein Überdenken des Prozesses. (az)