Brugg
Der Römerschmuck von Brigitte Brüschweiler ist einmalig

Brigitte Brüschweiler stellt in ihrem Goldschmiedeatelier römische Duplikate her.

Michael Hunziker
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Viel Handarbeit ist gefragt: Goldschmiedin Brigitte Brüschweiler fertigt kreative Schmuckstücke.

Viel Handarbeit ist gefragt: Goldschmiedin Brigitte Brüschweiler fertigt kreative Schmuckstücke.

Michael Hunziker

Aussergewöhnliches hat Brigitte Brüschweiler zu bieten in ihrem Goldschmiedeatelier in der Brugger Altstadt. «Das ist eine Pionierarbeit», stellt sie fest und legt den Römerschmuck auf das Tischchen: den Stierkopf- und den Weinblatt-Anhänger sowie den Siegelring. Es sind detailgetreue Nachbildungen, die bei ihr bestaunt und erworben werden können, kaum zu unterscheiden von den Originalen.

Stierkopf, Weinblatt und ein Siegelring.

Stierkopf, Weinblatt und ein Siegelring.

Michael Hunziker

Zum Vorschein kamen diese beim Bau des Fachhochschul-Campus in BruggWindisch vor rund zehn Jahren. Brigitte Brüschweiler hatte damals die Gelegenheit, bei der archäologischen Grabung – eine der grössten in der Schweiz – Seite an Seite mit den Fachleuten mitzuhelfen. Jeweils montags sortierte, zählte und beschriftete sie im Auftrag des Kantons die Fundstücke. Es sei eine spannende, aber auch anstrengende Arbeit gewesen, erinnert sie sich. «Alles wurde genau archiviert.»

Es war ein langer Weg

Als der Römerschmuck gefunden wurde, sei sie zwar nicht anwesend gewesen, habe diesen dann aber bei einer Führung in einer Kiste entdeckt. Zusammen mit ihrer Freundin habe sie ihn betrachtet und sei begeistert gewesen. «Die Stücke waren nicht nur sehr schön, sondern auch sehr gut erhalten. Ein Glücksfall.» Dieser aus Buntmetall gefertigte Schmuck wirke modern und zeitlos. Der Stierkopf könnte genauso gut das Werk von Picasso sein, schwärmt Brigitte Brüschweiler.

Sie wusste sofort, dass sie solchen in ihrem Atelier anbieten möchte. «Keine Ahnung warum, ich war einfach getrieben.» Vielleicht sei es, weil sie schon als Kind fasziniert gewesen sei vom Altertum und vom Mittelalter. «Ich schlich schon damals gerne um die Ruinen», sagt sie mit einem Lachen. Gereizt habe sie vielleicht ebenfalls, dass der Römerschmuck direkt vor der Haustüre ausgegraben worden sei.

Bis sie die Einwilligung des Kantons hatte, dauerte es dann gut zwei Jahre. «Es sollte sich um eine detailgetreue Nachbildung handeln. Das machte es kompliziert», erklärt sie. «Hätte ich den Schmuck einfach fotografiert oder abgezeichnet, dann wäre es kein Problem gewesen.» Brigitte Brüschweiler stellte ein Gesuch, dieses ging durch verschiedene Instanzen. Die Goldschmiedin musste sich in Geduld üben. «Aber ich blieb hartnäckig.» Schliesslich erhielt sie ein mehrseitiges Dokument mit sämtlichen Auflagen. «Alles ist streng reglementiert.»

In ihr Atelier nehmen durfte sie die Original-Schmuckstücke übrigens nicht. Der Kanton liess einen Abdruck anfertigen, Brigitte Brüschweiler erhielt eine Form aus Gummi. Sie habe mit der beauftragten Giesserei dann einen recht grossen Aufwand betrieben, um die gewünschte Qualität erreichen zu können, blickt sie zurück.

Beliebt als Geschenk

2009 stellte sie die römischen Duplikate erstmals vor. Gerne werden diese – sie finden Anklang bei Frau und Mann – geschenkt zu besonderen Gelegenheiten, das könne zum Geburtstag sein, aber auch zu Weihnachten. Der Stierkopf in Silber kostet 385 Franken, der Ring – der ebenfalls in Bronze zu haben ist – 310 Franken, der Weinblatt-Anhänger 325 Franken. Alle römischen Schmuckstücke können auf Wunsch in Gelb-, Rot- oder Weissgold hergestellt werden, sagt Brigitte Brüschweiler.

Die Begeisterung ist zu spüren über ihren Römerschmuck. «Ich mag ihn unglaublich gern», sagt sie. Sowieso, fügt sie an, biete sie in ihrem Goldschmiedeatelier nicht das an, was in anderen Bijouterien zu finden sei. Massenware ist nicht ihr Fall, vielmehr produziert sie Einzelstücke, jedes mit viel Herzblut. Das Auge, das es dafür brauche, habe sie wohl von ihren Eltern geerbt, führt sie aus. Aufgewachsen als Tochter einer Bildhauerin und eines Grafikers, lernte Brigitte Brüschweiler Goldschmiedin in ihrer Heimatstadt Luzern. Später besuchte sie die Kunstgewerbeschule.

Ihr Atelier in Brugg betrieb sie zuerst vier Jahre an der Storchengasse, heute befindet sich ihr Domizil an der Kirchgasse – seit bald 20 Jahren mittlerweile.

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