Ein sensationeller Fund wird erstmals ausgestellt im Vindonissa-Museum in Brugg: der römische Münzschatz von Ueken. Am Donnerstagabend ist die Vernissage gefeiert worden – im Beisein von vielen Gästen und mit Musik umrahmt.

Musikalische Eröffnung der Vernissage im Brugger Vindonissa-Museum

Musikalischer Abschluss der Vernissage im Brugger Vindonissa-Museum

Es war im Sommer 2015: Landwirt Alfred Loosli stiess in seinem Baumgarten in Ueken im Fricktal zufällig auf ein paar Münzen. Unter strenger Geheimhaltung erfolgte im Herbst des gleichen Jahres die Ausgrabung durch die Kantonsarchäologie. Zum Vorschein kam einer der grössten römischen Münzschätze der Schweiz: über 4000 sogenannte Antoniniane.

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

(Novemeber 2015)

Die versilberten Bronzemünzen waren aussergewöhnlich gut erhalten und müssen laut Kantonsarchäologie schon bald nach der Prägung aus dem Verkehr gezogen worden sein. Vermutlich habe der damalige Besitzer seinen Schatz – mit einem Gewicht von gut 15 Kilogramm – kurz nach 294 nach Christus im Erdboden vergraben. Die Entdeckung löste ein gewaltiges Medienecho aus – weltweit.

Überraschung war perfekt

Der Traum, einmal einen Schatz zu finden, sei Realität geworden, sagte Kantonsarchäologe Georg Matter in seiner Begrüssung. Er erinnerte sich an den ersten Telefonanruf der Finderfamilie Loosli. Nichts habe am Anfang auf einen spektakulären Fund hingedeutet. Erst bei der Ausgrabung sei die Überraschung perfekt gewesen.

Dieser Schatz sei ein wichtiges Zeugnis für den römischen Geldumlauf, bestätigte Rahel Ackermann, Leiterin Inventar Fundmünzen Schweiz. Die Münzen seien etwas Besonderes, stammen sie doch aus einer Zeit mit politischen Unruhen und wirtschaftlichen Unsicherheiten «mit viel schlechtem Geld». Die Auswertung sei noch im Gange.

Bisher seien etwa 1600 Münzen einer ersten Durchsicht unterzogen worden. Ein Teil ist jetzt im Vindonissa-Museum zu sehen. Die Arbeit – Reinigung, Inventarisierung, Restaurierung und Bestimmung – gehe weiter und es werde hoffentlich gelingen, viele der derzeit offenen Fragen zu beantworten, sagte Rahel Ackermann.

Tausende antike Münzen: einer der grössten römischen Schätze der Schweiz im Kanton Aargau gefunden

Tausende antike Münzen: Einer der grössten römischen Schätze der Schweiz im Kanton Aargau gefunden

Tausende antike Münzen: einer der grössten römischen Schätze der Schweiz im Kanton Aargau gefunden

(November 2015)

Für Finder gibts Fünfliber

Regierungsrat Alex Hürzeler lobte das vorbildliche Verhalten der Familie Loosli, die sich bei der Kantonsarchäologie gemeldet hatte. Anwesend waren Daniel Loosli und Ursula Loosli. Aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen musste sich Alfred Loosli.

Die Finder hätten Verantwortungsbewusstsein gezeigt und einen grossen Anteil daran, dass neue Erkenntnisse gewonnen werden können zur Aargauer Kulturgeschichte, führte Hürzeler aus. Es sei ihm ein Anliegen, dieses Engagement zu würdigen. Als Dank entgegennehmen konnten Looslis zwei Säcke mit je 500 Fünflibern – die mit rund 15 Kilogramm etwa gleich schwer sind wie der römische Münzschatz. Er habe noch nie einen solchen Finderlohn auszahlen dürfen, sagte Hürzeler. Aber schliesslich handle es sich um einen sehr seltenen Fund.

Damit nicht genug: Von Kantonsarchäologe Matter erhielten die Finder als Leihgabe überdies fünf römische Münzen.

Der römische Münzschatz von Ueken ist bis Anfang September 2017 im Vindonissa-Museum in Brugg zu sehen.