Die Verantwortlichen der Kabelnetzgenossenschaft Yetnet in Auenstein haben genug. Genug vom aggressiven Vorgehen von Branchenprimus Cablecom bei den Kabelnetzen und der Marktbeherrscherin bei den Telefonnetzen, der Swisscom.

Mit einem Aufruf im Mitteilungsblatt der Gemeinde informiert Yetnet, dass «bezüglich Antennengenossenschaft Yetnet Gerüchte im Umlauf sind, die nicht den Tatsachen entsprechen». Es sei nicht wahr, dass Sender über Yetnet nur noch digital übertragen werden. Diese könnten weiterhin analog empfangen werden.

Darauf angesprochen sagt Daniel Känzig, Präsident der Yetnet Genossenschaft Auenstein: «Wir haben mindesten zwei Fälle von älteren Leuten, die wir als Abonnenten verloren haben, weil die Swisscom-Mitarbeiter ihnen Angst gemacht haben.» Angst mache die Swisscom damit, dass sie den potenziellen Kunden sage, dass die Kabelnetze abgeschaltet würden. Darunter leiden regionale Anbieter wie Yetnet. Die Swisscom sagt dazu: «Im TV-Markt herrscht ein grosser Wettbewerb. Wir informieren transparent über unser TV-Angebot und zeigen auf, welche Alternativen es im Bereich digitales Fernsehen gibt.» Es sei ein Anliegen der Swisscom, klar und nachvollziehbar zu kommunizieren. Und man achte darauf, dass nicht der Eindruck entsteht, dass die Kunden bei Kabelanbietern keine Dienste mehr erhalten.

Ärger über die Preispolitik

Känzig gibt zwar zu, dass das analoge Fernsehen sukzessive abgeschaltet werden soll, weist aber auch darauf hin, dass das aktuelle analoge Angebot bei Yetnet immer noch 30 der wichtigsten und meistgesehenen Programme umfasst und dass bereits jetzt 85 Prozent aller Yetnet-Kunden digital fernsehen. Die analogen Programme werden deshalb immer noch angeboten, weil es seitens der Kunden eine relativ grosse Nachfrage dafür gebe.

Der Präsident von Yetnet Auenstein ärgert sich auch über die Preispolitik der Marktbeherrscher. «Sie können die Leute mit Promotionsrabatten locken und offerieren ihnen dazu noch eine Ermässigung auf das Handy-Abo. Dafür sind die Leute dann für längere Zeit an das Abo gebunden.» In einem Schreiben, das an alle Yetnet-Kunden verschickt wird und das der az vorliegt, heisst es sogar: «Dass die Ausgaben für ein vergleichbares Programmangebot bei diesem [dem Grossanbieter] aber wesentlich höher ausfallen, realisieren die meisten Abonnenten erst viel später, wenn die Vergünstigung vorbei und sie an eine längere, feste Abonnementdauer gebunden sind.» Diesen Vorwurf lässt die Swisscom nicht gelten und richtet aus: «Das können wir nicht nachvollziehen. Die Swisscom kommuniziert ihre Preise transparent.» Man biete bei Swisscom TV zwar teilweise eine Einstiegspromotion an, beispielsweise den ersten Monat gratis. Dem Kunden werde aber aufgezeigt, wie hoch die Kosten sind.

In ihrem Schreiben weist die Antennengenossenschaft Yetnet darauf hin, dass ihr Angebot zudem günstiger sei. In einem Rechnungsbeispiel zeigt Yetnet den Unterschied zwischen zwei vergleichbaren Abos. Das Internet-Abo Vivo S von Swisscom kostet 79 Franken pro Monat (Stand 2. Februar 2015) und bietet eine maximale Down- und Uploadgeschwindigkeit von 15 Mbit/s zu 3 Mbit/s. Für dieselbe Leistung bezahlen Yetnet-Kunden pro Monat 45 Franken. Selbst wenn man die Grundgebühr von durchschnittlich 14 Franken pro Monat dazu rechnet, resultiert noch immer ein besseres Preis- und Leistungsverhältnis.

Zudem könne Yetnet, im Gegensatz zur Swisscom, HbbTV (Hybrid Broadcasting Broadband TV) anbieten. Hier dürfte es bald vorbei sein mit dem Vorteil. Die Swisscom lässt verlauten, dass HbbTV zurzeit zwar noch nicht möglich ist, aber dass man daran arbeite. Dann dürfte der Kampf um die Abonnenten in eine weitere Runde gehen.