Veltheim

Der Pfalz-Märt ist ein Publikumsmagnet

Zum 20. Mal haben liebevoll zurechtgemachte Stände und ein buntes Unterhaltungsprogramm die Menschen nach Veltheim gelockt.

Wenn unzählige Teller, Schälchen und Gläser mit süssen und deftigen Kostproben zum Probieren einladen, wenn sich ein Kunsthandwerk an das andere reiht und sich die Augen kaum mehr sattsehen können, dann ist Pfalz-Märt in Veltheim.

Seit nunmehr 20 Jahren ist Tradition, dass am zweiten Samstag im September mit dem Pfalz-Märt die Mostsaison eröffnet wird. Der Verein Mosti Veltheim hat im Jubiläumsjahr wieder eine Vielfalt von insgesamt 100 Marktständen und abwechslungsreiche Unterhaltung zusammengestellt, die jeden Marktbesucher, egal ob Gross oder Klein, begeistert.

Das Publikum staunt und ist sprachlos

Clown Pipo ist auch auf dem Markt. Er schaut sich die Menschen an. Mit seinem karierten Anzug, dem blauen T-Shirt und der roten Nase im Gesicht fragt er die kleinen Marktbesucher: «Wo ist der Ball?» Sie zeigen nach hier, nach da, nach dort und sind fasziniert von seinen Zauberkünsten. Wenige Meter weiter duftet es verführerisch nach frischem Brot, nach Bienenwachs und nach Kräutern. Eine Marktbesucherin taucht einen Löffel in ein Glas mit Konfitüre, kostet und scheint ganz verzückt zu sein.

Plötzlich wird es laut. Lukas Senn hat seine Motorsäge angeschaltet, um damit ein filigranes Eichhörnchen aus Holz auszusägen. Das umstehende Publikum staunt und ist sprachlos. Dahinter konzentrieren sich Kinder und lernen Bogenschiessen. Ihre Pfeile treffen, sie strahlen stolz über ihren Erfolg.

Aus 40 Liter Milch entstehen vier Mutschli

Ganz in der Nähe ist Niklaus Käser von der Dorfkäserei Sumiswald. Seine Standbesucher lassen sich von dem ganzen Treiben nicht aus der Ruhe bringen. Sie wollen dem Käser bei der Arbeit zusehen, probieren und kaufen. «Wir machen heute hier zweimal Käse», erklärt Niklaus Käser, während er aus einem kleinen Glas Lab in die Milch schüttet und den Inhalt im Topf umrührt. Aus 40 Liter Milch entstehen vier Mutschli, das ergibt vier Kilo Käse. «Der Käse von heute ist noch weich», sagt Käser. Derjenige, der vor genau einem Jahr gemacht wurde, zergeht einem zartschmelzend auf der Zunge.

Am Stand der Schaumosterei der Mosti Veltheim sind fleissige Helfer dabei, Äpfel zu Süssmost zu pressen und ihn an die Besucher auszuschenken. Die Becher mit dem goldgelben Inhalt verführen förmlich zum Zugreifen.

Um 11 Uhr steht mitten auf dem Markt der Chor der Operette Möriken-Wildegg. Vor ihnen eine Menschentraube, die eine Kostprobe der «Lustigen Witwe» von Franz Lehár zu hören bekommt. «Ja, das Studium der Weiber ist schwer», «Da geh’ ich ins Maxim» und «Vilja Lied» gehen dem Publikum sofort ins Ohr und machen Appetit auf einen Operettenbesuch ab Mitte Oktober. Wer keine Operette mag, der hört ein Stück weiter einfach Blasmusik. Unter einem grossen Quittenbaum spielt die Musikgesellschaft Auenstein rassige Melodien mit Horn, Trompete und Zugposaune.

Auch die Landfrauen von Auenstein haben sich mit farbenfrohen Blumenarrangements auf den Markt vorbereitet. «Unsere Spezialität sind die Kränze», erklärt Maya Hersberger und zeigt auf die noch verbleibenden Exemplare an der Wand. An einer Hofeinfahrt steht Bettina Zehnder an einem sonderbaren Holzgestell und verarbeitet feinste Wildseide-Fäden. «Das ist ein Zettelgestell», sagt sie und führt vorsichtig die feinen, weissen Fäden um die Holzstäbe. Von diesem Gestell kommt übrigens das Sprichwort «Man soll sich nicht verzetteln», meint Zehnter. Bei der Fülle an Angeboten auf diesem Jubiläums-Pfalz-März ist es gar nicht so leicht, sich nicht zu verzetteln. Aber egal, was man hier probiert, sieht, kauft, erlebt – es ist etwas Spezielles.

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