Es ist allgemein bekannt, dass speziell kleinere Landgemeinden zunehmend Mühe bekunden, frei werdende Behördenposten wieder zu besetzen. Auch deshalb darf man es als erfreulich werten, dass sich Michael Summers im Rahmen der Habsburger Gemeindeversammlung als einziger Kandidat spontan für das Amt im Gemeinderat zur Verfügung stellte. Er ist in Untersiggenthal aufgewachsen und wohnt seit 2011 in Habsburg. Beruflich wirkt er als Lehrer für Integration in Dietikon. Gemeindeammann Hansedi Suter gratulierte ihm zum glänzenden Wahlresultat in Form von 34 der insgesamt 38 möglichen Stimmen. Da die Gemeinde 315 Stimmbürger zählt, unterliegt die Wahl dem fakultativen Referendum. Angela Klaka wurde nach rund einem Jahr in der Dorfexekutive mit dem besten Dank für ihren Einsatz verabschiedet.

Auch für das vorgängig behandelte Traktandum gilt die Referendumsmöglichkeit. Hier ging es um die Begründung einer Überbaurecht-Grunddienstbarkeit im Zusammenhang mit einem Bauprojekt von Hansueli Balmer.

Ein Bauprojekt im Dorfkern

Balmer plant den Umbau des westlich neben dem Gemeindehaus gelegenen markanten Bauernhauses Dorfstrasse 17 (Balmer-Haus) mit Einrichtung von fünf Wohnungen und im südlichen Teil des Areals einen Neubau mit drei Eigentumswohnungen. Zum Projekt gehört eine zwischen Gemeindehaus und Neubau vorgesehene Tiefgarage mit 13 Parkplätzen. Für eine östliche Zufahrt möchte die Bauherrschaft einen Teil der Parzelle hinter dem Gemeindehaus nutzen, nicht zuletzt weil der Ortsbildschutz und Architekt Krishna Menon (Brugg) diese Lösung favorisieren. Ein Teil der Tiefgarage könnte allenfalls auch für die Mietwohnungen im Gemeindehaus von Nutzen sein, entweder im Mietverhältnis oder als Eigentum der Gemeinde. Diese bedingt sich für vier Tiefgaragenplätze ein Vorverkaufsrecht aus. Wenn sich das Projekt wie angedacht als Ensemble realisieren liesse, wäre mit Umbau- und Erstellungskosten von insgesamt rund vier Millionen Franken zu rechnen. Nach längerer Diskussion mit Abwägung verkehrstechnischer Vor- und Nachteile im Zusammenhang mit der Dorfstrasse und der relativ schmalen Hauspassage der Garagenzufahrt befürwortete die Versammlung die Gewährung der Grunddienstbarkeit mit 29 Ja- zu 5 Nein-Stimmen.