Geschäftsleiter Cédric Kaiser der Effingerhof AG, Herausgeberin der Brugger Neujahrsblätter, hatte am Sonntagabend im Brugger Salzhaus allen Grund zur Freude. Einerseits konnte Kaiser, der die Vernissage zum vierten Mal leitete, mit knapp 200 Gästen einen neuen Publikumsrekord verbuchen. Andererseits war er begeistert von Gastredner Mario Etzensberger, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie ehemaliger Schüler der Musikwerkstatt Windisch-Brugg. Dieser sprach über Musik und ihre therapeutische Kraft. «Wir dürfen hier Sternstunden erleben», schwärmte Kaiser.

Nach einem kurzen historischen Abriss über die Bedeutung der Musik seit der Antike hob Etzensberger hervor, wie wichtig Musik und Bewegung für das menschliche Gehirn sind. «Tango statt Fango», heisse die Devise. «Unser Hirn ist kein Computer», so Etzensberger, der beispielsweise der Konservenmusik nichts Positives abgewinnen kann. Deshalb sei das eigene Musizieren, das alle Sinne anspreche, umso wertvoller für die Gesundheit. Das Gehirn sei von der Geburt bis zum Tod zu 100 Prozent aktiv. Einen Bruchteil davon, rund 5 Prozent, braucht das Hirn selbst, um zu funktionieren. Grundsätzlich könne man bis ins hohe Alter noch etwas Neues lernen. Um zu beweisen, wie gut es dem Menschen tut zusammen zu singen, stimmte Etzensberger – «Ich exponiere mich zwar jetzt als Nicht-Sänger» – das Lied «Der Mond ist aufgegangen» an. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Brahms-Trio mit Marc Urech, Alexandre Foster und Simone Rüedi. Das Publikum sang bestens gelaunt mit und würdigte den speziellen Abschluss des Gastredners mit grossem Applaus.

Gut fürs Allgemeinwissen

Das Besondere an den Brugger Neujahrsblättern ist, dass es nicht nur um die Stadt, sondern um Geschichten aus der ganzen Region geht. Für die Ausgabe 2018 hat Brigitte Süess die redaktionelle Gesamtleitung inne. Das sorgfältig redigierte Werk umfasst auf über 130 Seiten Geschichten von 21 Autoren. Alfred Schaffner vom vierköpfigen Redaktionsteam buhlte mit einem ausführlichen und engagierten Werbespot um möglichst viele Leser. Dass die Publikation der Brugger Neujahrsblätter keine Selbstverständlichkeit ist, machte Schaffner, der nach acht Jahren das Redaktionsteam verlässt, ebenso deutlich: «Es war ein unglaublicher Kraftakt.»

In der jüngsten Ausgabe beschreibt etwa Verseschmied Peter Müller die Brugger Fasachtstradition. In «Brugg spielen» macht der gebürtige Riniker Simon Froehling einen spontanen Besuch in Brugg zum Thema. Wie sich das Leben für die Fabrik präsentierte, zeigt Heiko Dobler auf. Dass die Ruine Schenkenberg in Thalheim vor 100 Jahren für 50 Franken an die aargauische Vereinigung für Heimatschutz versteigert wurde, erfährt der Leser in der Chronik des Bezirks von Peter Berthele.