Scherz

Der Mist ist noch längst nicht geführt

Die Theatergruppe Scherz sorgt mit ihrem Lustspiel «Gülle, Mischt und Schönheitswahn» für viele Lacher. Die Premiere ist eindeutig geglückt.

Spinnweben, dreckige Geschirrtücher, offene Schubladen. Bäuerin Trudi Wüest (Denise Salathé) stapft mit Gummistiefeln, gülleverschmiertem Edelweiss-Hemd und hochgekrempelter Jeans in die Stube – mitsamt der Mistkarrette und echtem Inhalt. Sie hat einen Brief für ihre Schwester Rösli (Doris Ammann). Diese klärt ihre Schwester auf, dass sie an der Viehschau ein Plakat über eine Schönheitskur entdeckt und sich angemeldet habe. Im Brief steht, die beiden seien auserkoren, am Experiment mit der Wundercrème samt Werbeaufnahmen teilzunehmen.

Trudi beäugt sich im Spiegel: «Stimmt, die besten Zeiten sind vorbei.» Rösli erwidert: «Waren die jemals da?» Für die beiden ist klar: So kann es nicht weitergehen. Der Hof gehört renoviert und ein Mann für jede Schwester wäre auch nicht schlecht.

Sie sinnieren über ihre Vorzüge. Ausser Röslis wunderbarer Schoggicrème fällt ihnen allerdings nichts ein. Ihre Wünsche sind aber klar: «Mein Mann müsste es nicht nur hier, sondern auch hier haben», erklärt Trudi und zeigt auf den einen und den anderen Oberarm.

Rezepte und Misthaufen

Mit dem Erscheinen der Nachbarn Marie (Doris Keller) und Sepp Bürli (Roman Eichenberger) tauchen die Gäste in den Trubel ein. Sie wollen Röslis Schoggicrème-Rezept ausprobieren. Herrlich, wie Marie ihren Mann herumscheucht. Sepp, mit roter Zipfelmütze, hält einen Sicherheitsabstand zu seiner Frau.

Wissenschaftler Eugen Hasenfratz (Guido Limacher) bringt dann Leben in die Bude. Trudi lacht ihn sich an und offeriert ihm einen Kaffee – in dem zuvor noch eine Socke schwamm.

Zeit für die Filmcrew: Schauspielerin Mizzi (Nadia Rohr) zickt nur rum – und setzt sich prompt in den Mist. Kamerafrau Nicki (Evelin Keller) sucht Filter, während Make-up-Artist Chris (Simon Ficht) nur Mizzi schminken kann. «Bei euch bräuchte ich spachtelweise Make-up», sagt er zu Rösli und Trudi.

«Stolz auf die Truppe»

Regisseur Christian Meyer, der auch Viehhändler Bruno Moser spielt, zeigte sich nach der Premiere am Freitagabend zufrieden: «Ich bin stolz auf die Truppe, es war eine schöne Zeit während der Proben.»

Er teilte sich die Regiearbeit mit seiner Tochter Jasmin. Im letzten November wurden die Scherzer von einem Profi geschult. «Unser Anspruch ist es, in kleinen Schritten besser zu werden», so der Regisseur.


Weitere Aufführungen 3. und 4. März, 20 Uhr, Turnhalle Scherz. Reservationen unter tgscherz.reservation@gmail.com

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