Unter der grossen Platane in Königsfelden fand sich gestern Morgen eine grosse Gäste- und Mitarbeiterschar zu einer besonderen Feier ein.

Vor 15 Jahren waren die Königsfelder Kliniktherapien und die geschützten Arbeitsplätze getrennt und letztere in das Zentrum für Arbeit und Beschäftigung (ZAB) integriert worden, wie Christine Hänggi, beim Departement Bildung, Kultur und Sport als Abteilungsleiterin Sonderschulung, Heime und Werkstätten tätig, in ihrer Ansprache erinnerte.

Das ZAB hat sich seither zu einer wichtigen Institution entwickelt. Die Zahl der geschützten Arbeitsplätze nahm von 85 auf 115 zu, die Zahl der Arbeitsstellen auf 160.

In Baden kam ein kaufmännischer Betrieb hinzu, in Aarau eine Cafeteria für die kantonale Verwaltung. Das ZAB bietet den Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung ein breites Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten und den Kunden wertvolle Dienstleistungen.

Im Interview mit Ruth Thomann (r.) bekunden Mitarbeiterinnen ihre Freude an ihrer Tätigkeit.

Im Interview mit Ruth Thomann (r.) bekunden Mitarbeiterinnen ihre Freude an ihrer Tätigkeit.

Betrieben werden unter anderem Buchbinderei und Papierverarbeitung, Elektromontagen, Metallverarbeitung, Parkunterhalt, Cafeterias.

Die Mitarbeitenden können bei ihren Einsätzen das Selbstwertgefühl stärken, Stabilität erlangen, aber auch nützliche Beiträge für die Gesellschaft erbringen. Ein besonderes Kränzchen wand Hänggi dem Gesamtleiter Daniel Rey, der von Anfang an überaus engagiert, initiativ und kreativ die Institution aufgebaut hat.

Rey seinerseits bezeichnete das ZAB als Ort der Integration. Die geschützten Arbeitsplätze seien geschätzt und ermöglichten Kontakte sowie die Entwicklung der persönlichen, beruflichen und sozialen Fähigkeiten.

Neues Licht am Leuchtturm

In einem Interview mit der stellvertretenden Betriebsleiterin Ruth Thomann betonten Mitarbeiterinnen, wie sehr sie ihre Arbeit im ZAB schätzen. «Wir haben das Gefühl, wir und unsere Arbeit werden anerkannt.»

Auf den 1. Januar 2014 werden das ZAB wie auch das Wohn- und Beschäftigungsheim Sternbild und die Wohnpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Aargau verselbstständigt und in die neu gegründete privatrechtliche Stiftung FARO mit Sitz in Windisch überführt. Stiftungsratspräsidentin Franziska Zehnder zeigte sich stolz über die Aufnahme des ZAB.

Der Leuchtturm – auf Italienisch Faro – soll mithelfen, den Betreuten den Weg in die Heimat zu weisen. Man erhofft sich in den Betrieben mehr Flexibilität und ein schnelleres Reagieren auf neue Bedürfnisse. Das heutige Leistungsangebot wird weitergeführt.

Ruedi Weber und Edwin Hasler lockerten die Feier mit musikalischen Beiträgen auf, und mit Freude beteiligten sich die ZAB-Mitarbeitenden am Ballonwettbewerb in der Hoffnung auf möglichst lange Flüge – auf Höhenflüge, wie sie auch das ZAB immer wieder ermöglicht.