Effingen
Der letzte Treffpunkt im Dorf macht Ende Dezember dicht

Ab 2014 sitzen die Effinger auf dem Trockenen. Ende Jahr schliesst das letzte Lokal, die «Barbar», seine Türen. Wie es mit der grossen Liegenschaft im Dorfzentrum weitergeht, steht noch in den Sternen. Zum Verkauf steht das Gebäude nicht mehr.

Claudia Meier
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Die Ära der «Barbar» im Untergeschoss des geschlossenen Restaurants Rebstock geht Ende Dezember ebenfalls zu Ende. CM

Die Ära der «Barbar» im Untergeschoss des geschlossenen Restaurants Rebstock geht Ende Dezember ebenfalls zu Ende. CM

Claudia Meier

Mehrere Restaurants und der Dorfladen haben in der Gemeinde Effingen in den letzten Jahren dicht gemacht. Das Restaurant Rebstock, prominent an der Strassenkreuzung im Dorfzentrum gelegen, ist bereits seit 7,5 Jahren geschlossen. Die «Barbar» im Untergeschoss ist jeweils noch am Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend ab 20 Uhr geöffnet.

Ursprünglich wollten Daniela und Ernst Pfister die Bar im Dezember 2005 nur versuchsweise für einen Monat führen. Doch dann wurden 8 Jahre daraus. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 30 Jahren aus Effingen und den beiden Nachbargemeinden Bözen und Zeihen schätzten diesen unkomplizierten Treffpunkt in der Nähe.

Schwerer Schicksalsschlag

«Die Kundschaft hat sich in den letzten Jahren aber verändert. Die Mobilität hat zugenommen und viele gehen direkt Richtung Baden oder Zürich in den Ausgang», sagt Barbetreiberin Daniela Pfister, die das Lokal jeweils am Dienstagabend um 22 Uhr zusätzlich für den Turnverein öffnet. Vor eineinhalb Jahren traf sie mit dem Tod ihres Ehemanns Ernst ein schwerer Schicksalsschlag, kurz danach starb auch ihre Mutter.

«Die Jungen haben mich in dieser schwierigen Zeit gut aufgefangen, aber jetzt habe ich einfach keine Energie mehr. Ich muss eine Auszeit haben», so Pfister zu den Gründen für die Schliessung der Bar Ende Jahr. Die Austrinkete findet am 2. Januar ab 18 Uhr in der «Barbar» statt.

Prüfung verschiedener Konzepte

Wie es mit der rosaroten Liegenschaft und den Räumlichkeiten der Bar weitergeht, ist noch nicht klar. Jahrelang stand das Gebäude schon zum Verkauf, jedoch ohne Erfolg. Der Zahn der Zeit nagt weiterhin unerbitterlich an der Liegenschaft: Die Fassade bröckelt und auch im Haus stehen einige Investitionen an.

Für Eigentümer Christian Egger aus Frick kommt die Barschliessung unerwartet. Nun würden «die Karten neu gemischt», sagt er. Der gelernte Bauführer will verschiedene Konzepte prüfen. Er spricht von 30 möglichen Varianten. «Die Liegenschaft ist optimal gelegen», so Egger.

Das Mobiliar des Restaurants Rebstock wurde vor Jahren bereits verkauft. Denn Egger machte die Erfahrung, dass es schwierig ist, «gute Leute fürs Gastgewerbe» zu finden. Dazu kämen die hohen Hürden vonseiten der Bank, die 40 bis 60 Prozent Eigenkapital forderten.

Im Zentrum stehen Pläne für Gewerbe- oder Büroräumlichkeiten sowie Wohnungen. «Die Liegenschaft steht deshalb aktuell nicht mehr zum Verkauf», betont Egger.