Villigen
Der letzte Aargauer Seiler wird ein Fernsehstar

Kurt Keller aus Villigen übt das seltene Handwerk des Seilers aus. Am Freitag wird er eine kleine Berühmtheit: SRF-Moderator Nik Hartmann fährt in der Sendung «SRF bi de Lüt – Wunderland» mit ihm mit dem Töff aus.

Claudia Meier
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Kurt Keller und sein BMW-Töff, Baujahr 1951, kommen in der Sendung «SRF bi de Lüt – Wunderland» vor.

Kurt Keller und sein BMW-Töff, Baujahr 1951, kommen in der Sendung «SRF bi de Lüt – Wunderland» vor.

Selina Mosimann

«Mein Töff hat es der Fernsehcrew angetan», sagt Kurt Keller aus Villigen. Früher führte seine ganze Familie die selbst gefertigten Seile mit dem einzylindrigen BMW-Töff, Baujahr 1951, in der Region aus.

Vor knapp drei Wochen setzte sich der letzte Seiler im Kanton Aargau auf die Maschine und brachte damit den SRF-Moderator Nik Hartmann nach Rüfenach. Begleitet wurden sie dabei von einem Kamerateam für die vierte Ausgabe der Sendung «SRF bi de Lüt – Wunderland», die am Freitagabend auf SRF 1 ausgestrahlt wird.

In der Sendung geht es darum, die Schönheiten und Besonderheiten des Aargauer Juras – zwischen Aare und Rhein – zu zeigen. Aufgrund eines Porträts über den letzten Seiler im Aargau, das im Januar dieses Jahres in der az erschien, sei er bereits wenige Wochen später vom Schweizer Fernsehen kontaktiert worden, erzählt der 79-Jährige.

Wunderschön – zur Vorschau auf die Sendung zeigt SRF einen Heliflug über den Aargauer Jura:

In der Folge entstand ein Beitrag für die Sendung «Schweiz aktuell». Von verschiedenen Ecken der Schweiz trudelten danach Seil-Bestellungen bei Kurt Keller ein. «Die Sendung löste einige Reaktionen aus. Die Anfragen kamen sogar vom Bündnerland und vom Bernbiet», erzählt er stolz.

Achtköpfige Crew in der Seilerei

Dass er nun erneut für eine Fernsehsendung angefragt wurde, freut den Villiger. Anders als bei den Dreharbeiten für «Schweiz aktuell», als drei Personen in der Seilerei vorbeikamen, war das Aufgebot dieses Mal etwas grösser.

An jenem Montagmorgen seien vier Leute gekommen, die sich vorerst für die Maschinen und das seltene Handwerk interessierten. Kurt Keller gab geduldig Auskunft.

Nach der Mittagspause bestand die Crew sogar aus acht Leuten. Moderator Nik Hartmann habe den Vormittag beim Wasserschloss verbracht und sei erst am Nachmittag nach Villigen gekommen, so Keller weiter.

Vor laufender Kamera stellte er in seiner Werkstatt ein Seil fertig, dann folgte die Töfffahrt mit Hartmann. «Ich bin schon gespannt, wie sie das Ganze zusammenschneiden und was dann wirklich am Fernsehen gezeigt wird.» Das SRF-Team sei danach zur Linner Linde weitergefahren, sagt Keller.

Alles in allem dauerten die Dreharbeiten für die 52-minütige Sendung mehrere Tage. Die Jurareise führt auch über den alten Römerweg in Effingen und zum Käsers Schloss in Elfingen.

Beim Cheisacherhof der Familie Kleeb in Sulz verbrachte die Fernsehcrew den Auffahrtsmorgen. «Das war eine lockere, spontane Gesellschaft. Mein Mann fühlte sich während den Dreharbeiten sehr wohl», sagt Vreni Kleeb.

Im Beitrag werden ihr Ehemann Karl und der 29-jährige Sohn Adrian zu sehen sein, wie sie auf dem Acker einen richtigen Ammoniten finden.

«Das war wirklich eine Überraschung und wurde von uns nicht etwa vorbereitet», betont Vreni Kleeb. Die Crew habe auch den Cheisacherturm besucht. Als weitere Station stand danach der Tierlignadenhof in Kaisten auf dem Programm.

Zurück nach Villigen: Kurt Keller ist ein viel beschäftigter Mann. Neben der Seilerei kümmert er sich auch um seine Reben. Kann er weitere Seil-Bestellungen, die von den Fernsehzuschauern eintreffen dürften, annehmen? «Ja, auf jeden Fall kann ich die noch ausführen», sagt er, ohne eine Sekunde zu zögern.

Fernsehsendung «SRF bi de Lüt – Wunderland», Freitag, 5. Juni, 20.05 Uhr.

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