Windisch
Der Legionärspfad hat jetzt elf Stationen

Windisch Das «Fahnenheiligtum», der zentrale Kultort der 21. Legion, ist neu die elfte Station des Legionärspfads

Irene Hung-König
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Legionärspfad
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Legionärspfad Das Fahnenheiligtum wird mit dem Opferritual eröffnet.
Legionärspfad Caius Marius (v.li.) erzählt den Gästen vom bevorstehenden Opferritual beim Fahnenheiligtum.
Legionärspfad Thomas Pauli und Esther Schneider.
Legionärspfad Edwin Somm erzählt vom Beginn des Legionärspfades.
Legionärspfad Der Goldene Adler wird bestaunt.
Legionärspfad Regierungsrätin Franziska Roth überbringt die Grussbotschaft.
Legionärspfad Edwin Somm freut sich über sein Geschenk, den Portraitkopf beim Westtor.

Legionärspfad

Irene Hung-König

«Das Fahnenheiligtum ist ein wichtiger Meilenstein des Vindonissa-Parks», sagte Marco Castellaneta, Direktor Museum Aargau, an der Einweihungsfeier der elften Station. Im Fahnenheiligtum wurden die Feldabzeichen der Legionäre, darunter das des Goldenen Adlers als Wahrzeichen der römischen Legionen, aber auch die Legionskasse aufbewahrt. Im hinteren Teil der Klosterscheune wurde nun das Fahnenheiligtum anhand antiker Vorbilder rekonstruiert, denn das 1960 ausgegrabene Original ist nicht mehr sichtbar. Marco Castellaneta bezeichnete auch die seit Januar geltende Marke «Römerlager Vindonissa» mit dem zusammengenommenen Vindonissa-Museum und dem Legionärspfad unter dem Dach des Museums Aargau, als Trumpf. Die neuen Themen seien ein weiterer Punkt in der Geschichtsvermittlung.

«Verstehen lohnt sich»

Regierungsrätin Franziska Roth erklärte in ihrem Grusswort, dass es sich lohne, Geschichte zu verstehen. «Im Gegensatz zu den Römern verehren wir keine Gegenstände», sagte sie. Caius Marius, der Onkel von Cäsar, habe den römischen Legionen den Adler als Zeichen gegeben. «Doch was geht uns das an?» Sie nahm Bezug auf den Schweizer Rechtsstaat, der römische Wurzeln habe, und darauf, dass Recht auch Schutz brauche. «Oder glaubt jemand, dass man im Ersten und Zweiten Weltkrieg ohne Armee unversehrt geblieben wäre?» Franziska Roth sprach den Machern des Legionärspfades ihr Kompliment aus und wünschte für die neue Station viel Erfolg. Sie war es auch, die später bei der Tour-Besichtigung den Goldenen Adler mittels Opfergaben sichtbar machen durfte.

«Freude an Risiko-Projekt»

Edwin Somm, Gründungs- und Ehrenpräsident des Vereins Freunde Vindonissapark, tauchte in seiner Rede in die Vergangenheit vor 15 Jahren ein. Die damaligen Studenten Esther Schneider und Thomas Pauli hatten sich für ihre Diplomarbeit das Thema Vindonissa ausgesucht und baten den soeben pensionierten ABB-CEO Schweiz um Hilfe. «Sie haben mir ihre Visionen gezeigt, und ich war hell begeistert. Ich hatte immer Freude an Projekten mit gewissem Risiko», sagte er. 2004 wurde der Verein Freunde Vindonissapark gegründet. 2009 erfolgte der offizielle Start des Legionärspfades mit acht Stationen. Edwin Somms Begeisterung für die Geschichte ist spürbar. «Wer die Geschichte nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten», fand Somm. Sein Feuer für die Sache wurde von Thomas Pauli und Esther Schneider mehrmals erwähnt und gewürdigt. Für seinen 15-jährigen Einsatz wurde Edwin Somm beim Westtor des Legionärspfades mit einem Porträtkopf verewigt.

Neue Spieltour für Kinder

Rahel Göldi, Leiterin Römerlager, erklärte die neuen Programmpunkte und sprach darüber, wie wichtig Kult und Glaube für die Legionäre waren. Die Spieltour «Beim Jupiter – rettet den Goldenen Adler», geht es darum, den verschwunden Goldenen Adler zu suchen. Wer ihn findet, steigt zum Legionär auf. Für die Erwachsenen gedacht ist die Themen-Tour und Führung «Die Götter Roms – Kult und Glaube in Vindonissa. Im Workshop «Do ut des – Die Götter der Legionäre» können sich die Besucher mit römischen Götterwelten befassen. Gleichzeitig mit der gestrigen Eröffnung des Fahnenheiligtums ist auch die wissenschaftliche Begleitbroschüre «Religion in Vindonissa» erschienen. Sie zeigt die Themen «Religion im Alltag, Aberglaube und Magie» oder auch die «Heiligtümer in Vindonissa» auf.

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