Wenn es nach seiner Idee geht, wohnen hier in absehbarer Zeit bald auch neue Mandacher Einwohner.

Frommer Mann mit Geschäftssinn

Als Kirchenpflege-Präsident ist Andreas Krebs eigentlich ein frommer Mensch, doch der Geschäftssinn geht ihm deswegen nicht ab. Für die rund 14 Wohneinheiten, die nach seiner Vorstellung auf einem Teil des Landes zu stehen kommen, sollen Investoren die Mittel bereitstellen. Einer davon ist die Kirchenpflege selbst, die dadurch von einem Geldrückfluss in die eigene Kasse profitieren würde. «Unser Vermögen ist seit Jahren rückläufig.

Wir hatten Renovations- und Reparaturkosten für die Kirche und das Pfarrhaus zu tragen und verlieren mit unseren Ausgaben jedes Jahr zwischen 30000 und 40000 Franken.» Dabei liege der Handlungsbedarf auf der Hand, wie Andreas Krebs aufzeigt: Der grosse Erbbetrag, aus dem die Kirchgemeinde ihre Ausgaben momentan berappt, wäre in zehn Jahren aufgebraucht, wenn diese Praxis so weitergeführt würde.

Kaum Mietwohnungen im Dorf

Krebs denkt aber noch weiter: Es gehe bei dem geplanten Landverkauf in der Dorfmitte auch darum, im Dorf günstige Wohnungen für junge oder ältere Leute zur Verfügung zu stellen. Mandach habe momentan keine grossen Baulandreserven, und das Dorf weise nur wenige Mietwohnungen auf. Das Projekt entspreche einem Bedürfnis und sei auch mit den Zielen der Gemeinde konform. «Gerade in ländlichen Regionen, wie wir es sind, ist es wichtig, dass die Leute hier wohnen bleiben und nicht wegziehen. Mit unserem Projekt würden wir hierzu einen Anreiz schaffen.»

Auf dem Weg zur Realisierung ist für den Kirchenpflege-Präsident die Transparenz gegenüber allen beteiligten Stellen wichtig. «Natürlich gehören da in erster Linie die eigene Kirchgemeinde und die Behörden der politischen Gemeinde dazu.» Der Kontakt werde von diesen Seiten sehr konstruktiv und optimistisch gepflegt. Die Absichten würden auf offene Ohren stossen und die Zusammenarbeit sei zielführend. Zusätzlich hat Krebs bei den Kirchgemeindemitgliedern einen Fragebogen im Umlauf gebracht, dessen kürzlich ausgewertete Resultate zeigen, wie die Allgemeinheit im Dorf zum Verkauf des Pfrundlands und den Überbauungsplänen steht. Fazit: Das Projekt hat grosse Chancen.

Abstimmung schon im November

Von 130 verschickten Umfragebögen sind deren 65 retourniert worden, wovon wiederum 63 das Vorhaben generell unterstützen. Überrascht zeigt sich Krebs, dass gleich 53 sich für eine solche (Alters)-Wohnung interessieren. «36 von ihnen möchten allerdings laut Umfrage-Ergebnis erst in zehn oder mehr Jahren dort einziehen.»

Das werde zur Herausforderung, weil inzwischen eingezogene Jungmieter ebenso gern gesehen seien, sagt Krebs. Am meisten erwünscht seien Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen. Die Mietzinse liegen nach den Vorstellungen der Befragten zwischen 1100 und 1500 Franken, wie die Umfrage weiter zeige. Je über 30 Personen sind ausserdem bereit, sich mit einem Darlehen oder Anteilscheinen zu beteiligen.

Am 14. März findet ein nächstes Treffen mit dem Gemeinderat statt, wobei das Projekt weiterentwickelt werden soll. Bereits im November plant die Kirchengemeinde, über die Realisierung des Projekts in einer Abstimmung zu entscheiden.