Schinznach-Bad
Der Kindergarten kommt an den Waldrand

Das Projekt ist vorgestellt und gut aufgenommen worden – Bedenken gabs wegen der Beschattung.

Louis Probst
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Die Visualisierung zeigt den geplanten Doppel-Kindergarten als Holzhaus mit einem weit heruntergezogenen Walmdach. Dieser soll westlich der bestehenden Schulanlagen zu stehen kommen. ZVG

Die Visualisierung zeigt den geplanten Doppel-Kindergarten als Holzhaus mit einem weit heruntergezogenen Walmdach. Dieser soll westlich der bestehenden Schulanlagen zu stehen kommen. ZVG

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«Die Projektanbieter haben es uns nicht leicht gemacht», meinte Gemeinderat und Bauvorsteher Jürg Meyer bei der Vorstellung des Doppel-Kindergarten-Projekts in Schinznach-Bad. «Aber es hat sich doch ein Favorit herauskristallisiert.» Und dieser Favorit, das Projekt des Büros Froelich & Hsu Architekten Brugg/Zürich, scheint – so viel sei vorausgeschickt – nicht nur bei der Arbeitsgruppe des Gemeinderats, sondern auch bei der Bevölkerung auf Wohlgefallen zu stossen. Zumindest bei jenen gut 50 Personen, die den Informationsanlass besucht haben.

Jedenfalls ging es bei den Fragen, die gestellt wurden, weniger um das Gebäude an sich, sondern vor allem um das Thema Spielplätze. Doch schön der Reihe nach.

Ein spezieller Ort

«Kinder brauchen einen speziellen Ort», stellte Architekt Adrian Froelich fest. «Wir wollen einen Pavillon bauen mit einem grossen, schützenden Dach über einer Plattform.» Das Resultat dieser Idee ist ein Holzhaus mit einem weit heruntergezogenen Walmdach, das westlich der bestehenden Schulanlagen an den Waldrand zu stehen kommt. Die nötige Plattform wird mittels einer niedrigen Stützmauer geschaffen. Durch die Positionierung des neuen Kindergartens wird nicht nur die Vorgabe, alle Schulbauten an einem Ort zu konzentrieren, erfüllt. Man «verbaut» sich zudem die Möglichkeit nicht, bei Bedarf allenfalls das Schulhaus in Richtung Waldrand erweitern zu können.

Der Grundriss des neuen Kindergarten-Gebäudes gleicht einem Schmetterling. In den beiden «Hauptflügeln» befinden sich die je rund 100 Quadratmeter grossen Unterrichtszimmer, die sich gegen den Wald, respektive die Nahspielräume hin, öffnen. Durch eine Schiebetüre kann eine Verbindung zwischen den Unterrichtszimmern geöffnet werden. In den beiden «Nebenflügeln», zur Nordseite hin, befindet sich der zentrale Eingang. In den «Flügelspitzen» sozusagen liegen die grosszügigen Garderoben. Und im zentralen Kern sind Küche und Nassbereiche zusammengefasst. Die Hülle des Gebäudes wird in der sogenannten Mischbauweise als Ständerkonstruktion erstellt. Die Fassade wird mit einer Lärchenholzschalung verkleidet. «Ob ein Kupferdach erstellt wird, ist eine Frage des Budgets», sagte Adrian Froelich.

Der Ball liegt beim Stimmvolk

Im Innern des Gebäudes bleibt die Dachkonstruktion sichtbar. Die Raumhöhe in den Unterrichtszimmern beträgt zwischen 5 und 3 Meter. Grundsätzlich, so Adrian Froelich, setze das Projekt auf einfache, natürliche Materialien und eine einfache, bewährte Konstruktionsweise. «Ein Kindergarten ist kein Ort für gewagte Konstruktionen», gab er zu bedenken. «Wir sind überzeugt, dass das Projekt kostengünstig ist.»

In der Fragerunde fand der neue Kindergarten gute Aufnahme. «Gefällt mir» oder, «spannendes Projekt» hiess es. Bedenken wurden im Hinblick auf eine Beschattung der Unterrichtszimmer durch den nahen Wald laut. Dazu wurde angeregt, sich bei den Forstorganen für eine Anpassung des Waldsaums im Sinne eines stufigen Aufbaus einzusetzen. In den Vordergrund rückte aber das Thema Spielplatz. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht Teil des Kindergarten-Projekts.

Anregungen aus der Bevölkerung zum neuen Doppel-Kindergarten wurden beim Apéro zudem in schriftlicher Form entgegengenommen. Das nächste Wort zum beschriebenen Projekt wird am 16. Juni die Gemeindeversammlung haben. Sie hat über den Baukredit in der Höhe von zwei Millionen Franken zu befinden.

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