Der Bau der Südwestumfahrung Brugg tangiert eine Naturschutzfläche. Auch Wald muss gerodet werden. Als Kompensation – und für die Verbesserung der Umweltsituation – vorgesehen sind deshalb Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen. Der Kanton Aargau beabsichtigt, einen Teil dieser Ersatzmassnahmen auf der Schacheninsle umzusetzen – auf Parzellen, die sich im Eigentum der Brugger Ortsbürger befinden. Diese entscheiden am Dienstag, 20. Juni, über den Verkauf von 16 104 Quadratmetern Land zum Preis von 96 624 Franken.

Lebensraum wird gesichert

Die Parzellen erstrecken sich über Brugg und Villnachern. «Die Stadt Brugg hat im Kulturlandplan bereits die vorgesehene Nutzung bezeichnet», führt der Stadtrat aus. «Die Gemeinde Villnachern ist mit der Ersatzmassnahme einverstanden und wird bei der laufenden Anpassung des Kulturlandplans die entsprechende Nutzung aufnehmen.»

Vorgesehen sind die Ersatzmassnahmen im nördlichen Bereich der Schacheninsle. Der Standort in unmittelbarer Nähe zu den Auen- und Amphibienlaichgebieten von nationaler Bedeutung eignet sich gemäss Stadtrat bestens für die Aufwertung mit Giessen, Weiher und Wiesenflächen. «So kann für die Amphibien im Auengebiet des Umiker Schachens langfristig Lebensraum gesichert werden.» Die geplanten Ersatzmassnahmen, fährt der Stadtrat fort, fügen sich gut in die Umgebung ein und stellen eine Ergänzung dar zur bereits bestehenden Anlage mit Grund- und Regenwasserweihern. Die Bewirtschaftung der Waldflächen, die im Eigentum der Ortsbürgergemeinde verbleiben, werde nicht nachhaltig verändert.

Nachdem die Einwohnergemeinde einen namhaften Beitrag zum Bau der Südwestumfahrung bewilligt habe, könne auch die Ortsbürgergemeinde mit dem Verkauf der Fläche einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Bauprojekts leisten, stellt der Stadtrat fest.

Baustart steht noch nicht fest

Rückblick: Im September 2012 genehmigten die Brugger Stimmberechtigten an der Urne den Beitrag von 4,41 Mio. Franken für den Bau der Südwestumfahrung. Diese besteht aus einem rund 1500 Meter langen Westast und einem rund 1000 Meter langen Südast zwischen dem Gebiet Brugg-West/Wildischachen/Aarauerstrasse sowie dem Autobahnzubringer Hausen. Als Hauptmassnahme wird der Verkehr im Bereich eines neuen Kreisels Brugg West direkt zum Autobahnanschluss geführt. Mit der Südwestumfahrung können das Zentrum von Brugg und Windisch vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Alles in allem wird für das Vorhaben mit Kosten von 46,45 Mio. Franken gerechnet.

Gegen das Projekt gingen Einsprachen ein. Laut dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt steht der Baustart «aufgrund der eingegangenen Beschwerden» noch nicht fest.