Der Jugendtreff in Villigen verkauft ab sofort keine Energy Drinks mehr

Die Zunahme des Konsums von Energy Drinks bei Jugendlichen ist ein heisses Pflaster. Der hohe Koffein- und Zuckergehalt gilt für die Gesundheit als bedenklich. Bei den Jugendtreffs in der Region Brugg ist man unterschiedlicher Ansicht.

Nik Dömer
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Der übermässige Konsum von Energy Drinks wird in Jugendtreffs zunehmend thematisiert.

Der übermässige Konsum von Energy Drinks wird in Jugendtreffs zunehmend thematisiert.

Einige Schulen in der Schweiz haben bereits ein Verbot für die Getränke eingeführt, weil es die Kinder im Unterricht zappelig macht. Es gibt Politiker, die eine Altersbegrenzung beim Verkauf oder sogar ein Verkaufsverbot fordern bis wissenschaftlich erwiesen sei, dass der Konsum unbedenklich ist.

In Villigen werden ab sofort keine Energy Drinks mehr verkauft. Die Kinder akzeptieren den Entscheid. Auf Anfrage, wie es zu diesem Entscheid gekommen sei, betont die Jugendtreffleiterin Nina Waser: «Es gibt Jugendliche, die wegen der Einnahme von Ritalin oder aus anderen Gründen keine Energy Getränke konsumieren dürfen. Auf der Dose steht, dass das Getränk für Kinder nicht geeignet ist, also sollen sie die Dosen bei uns auch nicht kaufen dürfen. Ausserdem bin ich der Meinung, dass die Jugendlichen einfach das Mass in diesem Bereich nicht kennen.» Sie seien sich auch nicht bewusst, was es für Auswirkungen haben kann, wenn man regelmässig Koffein und Zucker konsumiert. Die Jugendlichen nehmen den Entscheid gelassen, so die Leiterin.

Auch im Jugendtreff Domizil in Effingen sind Energy Drinks für unter 16-Jährige kein Thema. Jugendtreffleiterin Nicole Pfister sagt: «Bei uns war von Anfang an klar, dass es keinen Verkauf geben wird, wir haben früher im Skilager die Drinks erlaubt, führten danach aber ein Verbot ein.»

Beim Jugendtreff Double-you in Windisch wurde das Thema Energy Drinks auch schon diskutiert. Das Getränk sei bei Jugendlichen sehr beliebt, man biete jedoch beim normalen Jugendtreffbetrieb am Mittwoch keine Energy Drinks an. Die Jugendlichen bringen manchmal selber Dosen mit, ein Konsumverbot gebe es noch nicht, jedoch informiere man die Jugendlichen über die gesundheitlichen Aspekte von zu viel Koffein- und Zuckerkonsum, erklärt Jugendtreffleiterin Nina Forte. Weiter erwähnt sie: «Beim letzten Jugendfest haben wir zur Alternative verschiedene farbige alkoholfreie Drinks gemischt, die sind sehr gut angekommen. Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn die Jugendlichen auch in der Schule über die Auswirkungen von übermässigem Energy Drinks Konsum informiert würden. Zurzeit organisieren wir einmal im Monat den sports@night Event, bei dem wir statt Energy Drinks Ice Tea, Sirup oder Wasser anbieten.»

In Riniken werden beim Jugendtreff zurzeit noch Energy Drinks verkauft. Christoph Steiger, verantwortlich für die Jugendarbeit der katholischen Kirche Brugg betont: «Die Jugendlichen konsumieren in Einzelfällen bis zu zwei Dosen pro Abend, die meisten greifen jedoch lieber zu Chips oder anderen Snacks.» Er werde bei der nächsten Sitzung mit den Leitern aus der Region das Thema ansprechen.