Scherz
Der Jagdtag endet mit einer Predigt

Die Jagdgesellschaft Chestenberg lud zur Weihnachtsjagd mit prominenten Gästen. Selbst die Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins zeigte sich beeindruckt, wie respektvoll die Jäger mit dem Wild umgehen.

Hanny Dorer
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«Es ist seit Jahrzehnten Tradition bei der Jagdgesellschaft Chestenberg, dass wir an der Weihnachtsjagd eine jagdliche Predigt von einem Pfarrer hören», begrüsste Obmann Hanspeter Meyer die Jagdgäste bei herrlichem Winterwetter vor der Jagdhütte auf dem Chestenberg. Wie bereits früher konnte er dazu auch dieses Jahr den Pfarrer und Schriftsteller Ulrich Knellwolf begrüssen.

Ebenso traditionell wie der Abschluss des letzten Jagdtages der Saison mit einer Predigt ist die Teilnahme von prominenten Gästen. Erstmals dabei war Christian Mühlethaler, Schweizer Botschafter in Budapest, der die Weihnachtsferien in der Schweiz verbringt. Er hatte das Glück, eines der Tiere zu erlegen. Nicht zum ersten Mal auf einer Jagd im Aargau war Reinhard Schnidrig, eidgenössischer Jagdinspektor, begleitet von seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Martin Baumann.

Jagd für gesunden Bestand

Tierschutz und Jagd muss kein Widerspruch sein. «Früher war das Hauptziel der Jäger, Beute zu erlegen, heute geht es primär darum, einen gesunden Bestand an Wild zu erhalten», erklärte Jagdleiter Bäbler. In diesem Sinne werden immer mehr Kontakte zwischen Natur- und Tierschutz einerseits und den Jagdgesellschaften anderseits geknüpft, indem Tierschützer und Naturfreunde zu Jagdtagen eingeladen werden. Ziel dieser Begegnungen ist es, das gegenseitige Verständnis für die andere Seite zu fördern. Astrid Becker, Präsidentin des Aargauischen Tierschutzvereins, zeigte sich jedenfalls beeindruckt, wie respektvoll die Jäger mit dem Wild umgehen. «Ich bin aber trotzdem froh, dass nur zwei Rehe erlegt wurden», gab sie zu.

Treiber im Brombeergestrüpp

Treiber müssen sportlich sein; dies vor allem in steilen Gebieten wie dem Chestenberg, wo sie sich durch Brombeergestrüpp zu kämpfen haben. Umso mehr freuten sich die Treiber, dass sie mit Toni Rominger und Hanspeter Latour zwei Persönlichkeiten als Verstärkung erhielten, die ihnen in Ausdauer und Geschicklichkeit keineswegs nachstanden.

In seiner Predigt verglich Pfarrer Ulrich Knellwolf die Jäger mit den Hirten auf dem Feld bei der Geburt Jesu. «Sie froren und rochen ähnlich wie ihr», zog er eine Parallele. Es gebe eine Macht, die aus dem Nichts Leben machen könne, und diese Macht nenne man Gott. «Wer sagt, es gebe keinen Gott, sagt dies aus Enttäuschung», stellte er fest. Es sei aber keine Lösung zu denken, es gebe keinen Gott, nur weil man ihn nicht verstehe. Mit dem gemeinsamen «Vaterunser» ging die kleine Feier zu Ende. «Oh du fröhliche» klang es vielstimmig durch den winterlichen Wald, bevor sich die Jagdgesellschaft in der liebevoll geschmückten Jagdhütte dem Aser widmete, für das heuer der Gastronom Bernhard Bühlmann verantwortlich zeichnete.

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