Ob Pontifex, Lance Armstrong oder der Brugger Stadtrat: bei der Värslischmitte im Salzhaus wurden sie alle durch den Kakao gezogen. Dazwischen testeten Guggenmusiken die Trommelfelle der anwesenden Gästeschar auf ihre Strapazierfähigkeit.

Der Verein Värslischmitte hatte wie jedes Jahr punkto Dekor keine Mühen gescheut. Alle Tragbalken des Gebäudes waren in schillernder Folie gehüllt. Von der Decke hingen Hunderte bunter Fähnchen. Mit dem Sujet «Zirkus Topolino» lehnte man sich an das Fasnachtsmotto der Konfettispalter, «Muusloch», an. Die Brugger Politprominenz – allen voran Stadtammann Dani Moser– lachte fröhlich mit, als mit viel Narrenfreiheit über sie hergezogen wurde.

Wer alles auf die Schippe genommen wurde

Lieblingsthemen waren unter anderen die vor sich hindümpelnde armselige Unterführung Brugg-Windisch (eben das «Muusloch») sowie der um Hunderttausende von Franken mehr als geplant kostende Campussaal.

Der «Fallensteller» alias Peter Müller meinte denn auch treffend: «Mer händ Oktober, de Campus isch offe / Do bini dur’s Muusloch dure gloffe / Es brochnigs Rippi und en Zeche tuet’s mi choschte / Det unde brucht’s dringend en Samariterposchte!» Und d’Wüehlmüüs legten los mit: «Chürzlech händ mir drei Müüs e Chatz, wo schlooft entdeckt / Will mir händ welle spiele händ mir sie denn geweckt / Doch die dreit sich und macht d’Auge wieder zue / In Brugg do wacht e keine uff us sinre Rueh.» Und d’Oschterzäpfe meinten: «De Alder de het früner jeder Franke 5-mol treit / de Moser immerhin luegt jetzt das ned alles zämegheit / e 20 Johr do chreist über Brugg denn scho de Pleitegeier / historisch suuber präsentiert vom Amme … Titus Meier!» Last, but not least d Galgevögel: «Mit dir Hansli, seit der Lehrer, isch nüt z’welle / Du kasch nit rächne, Gottfridstutz, nit zämmezelle / Ich sag dir aber: es isch nonig z’spoht / Kum eine ka zelle bi uns im Ständerot.»

Aber nicht nur Interna aus der regionalen und kantonalen Politik wurden auf die Schippe genommen. Auch die Queen, der Papst, Berlusconi und natürlich Doping-Sünder Lance Armstrong bekamen ihr Fett weg. Die Schnitzelbänkler in Brugg trotzten der grassierenden Spracharmut und zeigten sich kreativ, mit einem feinsinnigen und pointierten Humor. Der Irrwitz des Alltags wird auch weiterhin dafür sorgen, dass die Themen nie ausgehen.