Effingen

Der Internet-Doktor heilt skurrile Leiden

Die Turnerfamilie Effingen zeigte am Samstag ihre Show mit dem Titel: «Zu Risiken und Nebenwirkungen». Mit der Show begeisterten die Turner vor vollbesetzter Halle.

Die Turnhalle in Effingen war am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Zusätzliche Stühle mussten gar an den Seitenwänden platziert werden, damit sich alle Gäste die Show ansehen konnten. Diese handelte von «Risiken und Nebenwirkungen» und spielte sich rund um den Praxisalltag von «Dr. med. Schwösterlin» ab. Wobei, alltäglich war hier gar nichts. Skurrilste Methoden wurden angewandt, um die unterschiedlichen Leiden zu kurieren.

Man muss auch sagen, dass «Dr. med. Schwösterlin» (Jörg Salm) auch ein ganz besonderer Arzt war, einer, der sich den Doktortitel samt Auszeichnung im Internet bestellt hatte. Kurioserweise konnten die Patienten immer geheilt werden. Einer Frau, die eine Zehnernote verschluckt hatte und es seither, beim Gang aufs stille Örtchen, ständig klimperte, beschied er, in den Wechseljahren zu sein. Schnell musste es bei «Schönheits Mc Quick» gehen: Da konnten sich die Patienten, ihr Verschönerungsmenu direkt von der Bahre aus bestellen.

Nicht nur turnerisch boten die verschiedenen Gruppen Abwechslung, sondern auch von den Kostümen her: Die Mädchen und Buben der kleinen Jugendriege warfen sich Bälle zu, ehe sie im Dunkeln standen und mit einer Lichtershow auftrumpfen konnten. Passend zum Titel ihrer Darbietung: «Schwarz vor Augen».

Frauenriege mit Kriegsbemalungen

Mit Kriegsbemalungen im Gesicht zeigte die Frauenriege ihr «Aroha-Fieber». Zu den zackig ausgeführten, sich wiederholenden Schrittabfolgen, passten ihre grimmigen Gesichter. Der Tanz begeisterte die Zuschauerinnen und Zuschauer, sodass die Frauen nochmals auf die Bühne kamen. Nebst verschiedenen Stufenbarren- und Barrennummern waren auch die Darbietungen am Boden schön anzusehen: Salti aus dem Stand, Räder, Handstand oder Flick flack lieferten die Frauen und Männer – manchmal gemeinsam auf der Bühne.

Ungewohnt ruhige Töne wurden bei der Vertikaltuchnummer der Damenriege angeschlagen. Durch ein französisches Lied begleitet, kletterten die drei Frauen abwechslungsweise am Tuch empor, schlangen sich das Band um die Beine und liessen sich gekonnt fallen. Die weichen und eleganten Bewegungen kamen beim Publikum sehr gut an.

Viel zu lachen hatte der Männerturnverein, dessen Protagonisten abwechselnd in schwarzen und weissen Hosenbeinen steckten. «Nur mit Morphium» hiess der Titel ihrer Darbietung. Beim anschliessenden Tanz im Spitalhemd, das mehr zeigt als verdeckt, zeigten nicht nur die Männer ihre helle Freude. «Lachen» als Heilmittel hätte hier ebenfalls gepasst. Einen wilden Tanz legte die Damenriege zum Schluss hin: Ihren Notfall oder «Emergency» zeigten sie in verschieden farbige Ponchos gehüllt, die zu zwei Pippi-Langstrumpf-Zöpfen hochgesteckten Haare schüttelten sie dazu hin und her. Abschliessend versammelte sich die ganze Turnerfamilie auf der Bühne. Präsident Stefan Meier bedankte sich bei allen Mitwirkenden und «Dr. med. Schwösterlin» beschied den Gästen, ein «geiles» Publikum gewesen zu sein.

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