Der Hochstud in neuem Glanz

Die Vision ist in Hausen Realität geworden – deshalb löst sich der Verein Pro Dahlihaus nach knapp sieben Jahren auf.

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Im 460-jährigen Dahlihaus sind stilvolle Wohnungen entstanden.

Im 460-jährigen Dahlihaus sind stilvolle Wohnungen entstanden.

Bild: Severin Bigler (9. Januar 2020)

Ein deutliches Knirschen im einzigartigen Hochstud aktivierte eine Aktionsgruppe, die sich schliesslich am 29. Januar 2014 bei der Gründung des Vereins Pro Dahlihaus zu einem der grössten Vereine Hausens kon­stituierte. Geduldig wartete das geschichtsträchtige Haus auf sein Schicksal, aber ein solches Ende hatte es nicht verdient. Im Vorfeld hatte der Gemeinderat Hausen nämlich angekündigt, das 460-jährige Dahlihaus ohne jegliche Perspektive für den Ort zurückzubauen. In den vergangenen knapp sieben Jahren setzte sich der Verein darum ein, dass der Wert des Ensembles in der Dorfmitte der Öffentlichkeit bewusst und eine neue Nutzung dafür gefunden wird.

Dass es sich um einen einzigartigen Begegnungsort für das Dorf handelt, zeigten die zahlreichen Veranstaltungen des Vereins vor Ort. Die ehemaligen Bewohner und Bewohnerinnen sowie traditionelles Handwerk waren ebenso zu Gast, wie der Samichlaus, die Schule, der Advent und verschiedene Musikformationen. So stimmte die Gemeindeversammlung 2014 einem Kredit für einen Studienauftrag zu. Dies ermöglichte die breite Diskussion um die Qualitäten der historischen Baute und dem schönen Vorplatz. Im Juni 2017 lehnte die Gemeindeversammlung eine Vergabe im Baurecht zwar noch ab, aber schon im März 2018 überzeugte dann die Familie Kühnis die Stimmberechtigten davon, die Baute an sie zu veräussern.

Mit dem Konzept einer offenen Bauhütte traf man vor Ort auf Robert Kühnis, der jeder und jedem mit Interesse den Baufortschritt erläuterte. Mit sichtlichem Stolz erzählte er die Geschichten von der Entstehung, den früheren Bewohnern und den beteiligten Handwerkern. Auch für die Holzgasse ist das Resultat des jahrelangen Prozesses ein Gewinn. Es herrscht viel Leben im Dahlihaus, in der Zwischenzeit bietet der im neuen Glanz erstrahlte Hochstud zehn Bewohnern ein neues Zuhause. Das Schumacherhüsli steht zudem bald der Bevölkerung zur Verfügung für manch schöne und gemütliche Stunde.

Die Vision, die von Beginn weg in den Statuten des Vereins festgeschrieben wurde, ist Realität geworden. Darum hat sich der Verein an der schriftlichen Generalversammlung vom November einstimmig aufgelöst. Mit der Buchvernissage Ende 2019 war bereits ein schöner Schlusspunkt gesetzt worden. Und so steht es heute in der Dahlihansstube in wunderschönen Lettern auf einer Ofenkachel geschrieben: «Ein gutes Werk schafft allezeit – die süsseste Zufriedenheit.» (az)