Mandach
Der «Hirschen» ist gerettet – Neueröffnung folgt bald

680'000 Franken sind zusammengekommen, um den Dorfgasthof zu retten. Jetzt wurde die Wohnbaugenossenschaft Hirschen Mandach gegründet

Louis Probst
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Genossenschaft will Restaurant Hirschen retten: (Von links) Beat Klaus, Dieter Staudacher, Andreas Krebs, Hanspeter Märki und Protokollführerin Janine Albiez. L. Probst

Genossenschaft will Restaurant Hirschen retten: (Von links) Beat Klaus, Dieter Staudacher, Andreas Krebs, Hanspeter Märki und Protokollführerin Janine Albiez. L. Probst

Louis Probst

Gelbe Karten sind für gewöhnlich negativ belastet. Nicht so in Mandach. An der Gründungsversammlung der Wohnbaugenossenschaft Hirschen Mandach brachten die gelben (Stimm-)Karten jedenfalls den starken Willen zum Erhalt des Dorfgasthofes zum Ausdruck. Doch schön der Reihe nach.

Vor gut einem Monat hatte die Arbeitsgruppe «Projekt Hirschen» die Pläne und die Voraussetzungen für den Kauf und die Wiedereröffnung des Dorfgasthofes vorgestellt. Nachdem innert weniger Wochen die wichtigste Voraussetzung – die Zusicherung finanzieller Mittel im Umfang von 582 000 Franken – erfüllt wurde, konnte die Gründung der Wohnbaugenossenschaft Hirschen Mandach erfolgen.

«Eine stolze Summe»

«Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben 88 Personen insgesamt 680 000 Franken zugesichert – eine stolze Summe», stellte Andreas Krebs von der Arbeitsgruppe «Projekt Hirschen» am Montagabend an der Gründungsversammlung fest. «Das heisst aber nicht, dass jetzt Schluss ist. Es kann weiterhin gezeichnet werden. Je breiter die Eigenkapitalbasis, umso besser. Sie ist zudem ein Zeichen, dass das Projekt getragen wird.»

Mit dem komfortablen Eigenkapitalpolster konnte eine Bank gewonnen werden, welche das Vorhaben mit einem Hypothekardarlehen über 1,168 Millionen Franken zu vorteilhaften Bedingungen finanziert.

Anspruchsvolle Ziele

Mit den Gelben Karten hiessen die 54 Gründungsmitglieder nicht nur die Finanzierung und die Umbaupläne – die von Beat Klaus (Architekt Brugg) erarbeitet worden sind – sondern auch die Statuten der neuen Wohnbaugenossenschaft Hirschen Mandach gut. Gemäss diesen Statuten bezweckt die Genossenschaft die «langfristige Sicherung des Erhalts des Gasthauses als Treffpunkt für die Bevölkerung». Sie will zudem Wohnraum zu tragbaren Bedingungen anbieten und das «Zusammenleben im Sinne gesamtgesellschaftlicher Verantwortung und gegenseitiger Solidarität» fördern.

Als Mitglieder des Vorstandes wurden Dieter Staudacher, Hanspeter Märki und Andreas Krebs gewählt, welche die bisherige Arbeitsgruppe gebildet hatten. Als Präsident wurde Andreas Krebs gewählt.

Gemeindeammann Lukas Erne sprach der Arbeitsgruppe den Dank des Gemeinderates aus. «Die Arbeitsgruppe hat gute Arbeit geleistet und sie hat extrem Gas gegeben», betonte er. «Ich hoffe, dass das Vorhaben gelingen wird. Die vielen Leute, die hinter der Genossenschaft stehen, zeigen aber, dass das Interesse vorhanden ist.»

Sportlicher Terminplan

Das beachtliche Tempo, das bisher angeschlagen worden ist, soll weiter durchgehalten, das Momentum sozusagen genutzt werden. «Bis spätestens 23. Januar soll das Baugesuch eingereicht werden», erklärte Andreas Krebs. Nach dem Eintrag ins Handelsregister wird die Liegenschaft übernommen. Nach Vorliegen der Baubewilligung wird mit der Renovation und dem Umbau begonnen. Inzwischen bestehen auch bereits Kontakte mit potenziellen Pächtern. «Ziel», so Andreas Krebs, «ist es, das Gasthaus Hirschen am 4. September oder allenfalls am 2. Oktober dieses Jahres wieder zu eröffnen.»