Lupfig
Der Hangar ist auch ein Solarkraftwerk

Die Generalversammlung des Regionalverbandes Aargau des Aero-Clubs bewilligte 828000 Franken für eine Photovoltaikanlage. Zum Pistenfest im August soll das Gebäude fertiggestellt sein. Der Hangar ist dann auch ein Solarkraftwerk.

Louis Probst
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Flugplatz Birrfeld: Hier entsteht der neue Hangar. Louis Probst

Flugplatz Birrfeld: Hier entsteht der neue Hangar. Louis Probst

Im vergangenen Jahr hatte die Generalversammlung des Regionalverbandes Aargau des Aero-Clubs beschlossen, auf dem Flugplatz Birrfeld für 1,95 Millionen Franken einen neuen Hangar zu bauen. Dabei war aus der Versammlung gefordert worden, die grossen Dachflächen für eine Photovoltaikanlage zu nutzen. Inzwischen wird am neuen Hangar gebaut.

«Wichtiger Beschluss»

Und nun hat die Generalversammlung 2012 des Regionalverbandes mit 64 gegen 13 Stimmen einen Bruttokredit von 828000 Franken für die Finanzierung einer Photovoltaikanlage bewilligt. Die Versammlung gab zudem, mit 53 gegen 6 Stimmen, die Zustimmung, dass 220000 Franken des Bruttokredites für die Mehraufwendungen verwendet werden können, die durch die Photovoltaikanlage nötig werden. Die Versammlung erteilte schliesslich dem Vorstand die Kompetenz, für die Mitfinanzierung der restlichen 608000 Franken nach seinem Ermessen Sponsoren oder Subventionen beizubringen und danach die Photovoltaikanlage zu realisieren. «Es geht um ein wichtiges Traktandum und um einen wichtigen Beschluss», betonte Max Riner, der Präsident des Regionalverbandes Aargau des Aero-Clubs, zum Kreditbegehren für die Photovoltaikanlage. Diese Anlage wird, wie Hanspeter Studiger vom Vorstand des Regionalverbandes erklärte, insgesamt
1060 Dünnschicht-Doppelglasmodule umfassen, die flach auf dem Dach des Hangars angebracht werden. Die Leistung der Anlage wird mit 159 kWp angegeben. Im ersten Betriebsjahr wird eine Einspeisung von 141 525 kWh ins Netz erwartet. Die Co2-Substitution beträgt pro Jahr 75 Tonnen.

«Durch die erforderliche Verstärkung der Dachkonstruktion, und die relativ lange Leitung zur Trafostation, entsteht ein Mehraufwand von 280000 Franken», sagte Hanspeter Studiger. Das schlägt sich naturgemäss in der Amortisationsdauer der Anlage nieder. Bei einer Einspeisevergütung gemäss KEV von 44863 Franken pro Jahr lässt der Break Even denn auch knappe 22 Jahre auf sich warten. «Das sind nicht attraktive Zahlen», räumte Hanspeter Studiger ein.

Beitragsgesuch ans BAZL

Der Regionalverband hat sich daher auf die Suche nach Mitteln begeben. Dabei ist er ans Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gelangt. Die Flieger aus dem Birrfeld peilen den Topf «Spezialfinanzierung Luftverkehr» des Bundes an, der mit Geldern aus der Kerosinbesteuerung gefüllt wird, und der für die Mitfinanzierung von Projekten im Bereich Umwelt bestimmt ist. Der Entscheid des BAZL über einen Beitrag wird im Herbst erwartet.

Interesse an der Photovoltaikanlage auf dem Hangar besteht, wie Hanspeter Studiger erklärte, aber auch bei der Brugger IBB-Gruppe. «Wir haben eine Zusage der IBB, wonach sie sich bis zu 49 Prozent an den Kosten und am Ertrag der Anlage beteiligen würde», sagte er. «Es ist aber noch nichts ausgehandelt worden.»

«Engagement für die Umwelt»

Hanspeter Studiger stellte aber auch fest: «Uns ist klar, dass wir ein Flugplatz sind und nicht ein Stromproduzent. Die Photovoltaikanlage ist aber ein Zeichen dafür, dass wir bereit sind, etwas für die Umwelt zu tun.»

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