Birr
«Der Gemeinderat von Birr muss mit den Bürgern auf Augenhöhe kommunizieren

Der parteilose René Grütter schaffte den Sprung in den Gemeinderat – ein Gemeindeammann und ein Vizeammann sind jedoch noch nicht gewählt: Die politischen Karten werden neu gemischt.

Elisabeth Feller
Drucken
Teilen
René Grütter, links, ist parteiloser Gemeinderat in Birr; Markus Büttikofer ist Gemeindeammann von Birr.

René Grütter, links, ist parteiloser Gemeinderat in Birr; Markus Büttikofer ist Gemeindeammann von Birr.

AZ

Herrscht in Birr Katerstimmung nach den Wahlen? «Nein», sagt Gemeindeammann Markus Büttikofer. Obwohl er und André Guillet in den Gemeinderat gewählt worden sind, müssen sie als Gemeindeammann und Vizeammann in den zweiten Wahlgang.

Büttikofer wird antreten, «nach 16 Jahren in der Gemeindebehörde lässt man nicht alles im Stich». Der Gemeindeammann der grössten Eigenämter Gemeinde gibt sich am Tag nach der Wahl gelassen und nicht überrascht vom Ergebnis.

«Nicht nach dieser Kampagne, die im Vorfeld der Wahl gegen den Gemeinderat geführt worden ist. Doch wir können nicht in die Köpfe der Wähler sehen. Die Stimmbürger haben entschieden – eine Wahl können wir nicht beeinflussen.»

Über das Ressort, die der neu gewählte Gemeinderat René Grütter übernehmen könnte, will Büttikofer nicht spekulieren. «Unsere hauptsächliche Aufgabe besteht jetzt darin, die Gemeindegeschäfte bis Ende Jahr weiterzuführen und dem abgewählten Gemeinderat Alfred Hatt viel Support zu geben.»

Selbstverständlich werde man sich zusammensetzen, um zu hören, welche Vorstellungen das neue Gemeinderatsmitglied im Hinblick auf die Zukunft von Birr habe.

Birr und Eigenamt im Vordergrund

Und, wie sieht René Grütter diese? Auf die Frage will er nicht eilfertig antworten. Der neue Gemeinderat unterstreicht, dass «es nur gemeinsam funktionieren wird».

Grütter wünscht sich, dass es «keine Profilneurotiker im Team gibt. Es geht nur darum, Birr und das Eigenamt in den Vordergrund zu stellen.» René Grütter will in die Zukunft schauen – Vergangenheitsbewältigung ist nicht seine Sache.

Gleichwohl gab es für den Parteilosen Gründe, weshalb er für den Gemeinderat und als Gemeindeammann antrat. Das Fass sei übergelaufen, sagt er und verweist auf Geschehnisse in jüngerer Zeit, die ihn geärgert und geschmerzt haben.

Zum Beispiel? Das angespannte Verhältnis der heutigen Birrer Behörde zur Nachbargemeinde Lupfig, die Diskussionen über den Alleingang Birrs beim Brötliexamen, die Vertragsauflösung mit der Bauverwaltung Eigenamt seitens Lupfig, die Kündigung des Regos-Schulvertrags seitens Birr sowie der Abgang langjähriger Führungspersönlichkeiten der Verwaltung und der Gemeindebetriebe.

Spielte die Gemeindeversammlung im Sommer mit zum Teil heftigen Voten etwa eine Rolle für die Gemeinderats-Kandidatur? «Die war nicht matchentscheidend», winkt Grütter ab und kommt auf das zu sprechen, was für ihn unverzichtbar ist: «Der Gemeinderat von Birr muss mit den Bürgern auf Augenhöhe kommunizieren.»

Aktuelle Nachrichten