Bözberg
Der Gemeinde fehlt das Ortsschild – jetzt sollen Eingangspforten her

Die Gemeinde Bözberg hat aus rechtlichen Gründen keine Ortstafel. Damit die Reisenden trotzdem wissen, wo sie sind, sucht die Gemeinde Ideen für zwei Dorf-Eingangspforten. Gefragt ist die Bevölkerung – doch die will bis jetzt nicht so recht.

Barbara Schlunegger
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Dieses Schild kündigt die Gemeinde zwar an. Erreicht man jedoch das Dorf, zeigt keine Tafel den Dorfeingang an.

Dieses Schild kündigt die Gemeinde zwar an. Erreicht man jedoch das Dorf, zeigt keine Tafel den Dorfeingang an.

Walter Schwager

Führt den Autofahrer seine Reise durch das Dorf Bözberg, hat er in gewissem Sinne Pech gehabt. Denn wenn er in Bözberg angekommen ist, erfährt er nichts von seinem Glück. Bözberg darf nämlich aus rechtlichen Gründen kein eigenes Ortsschild haben (die az berichtete).

«Die Leute müssen aber wissen, dass sie in Bözberg sind», findet der Gemeindeschreiber des Dorfes, Erwin Wernli. Deshalb hat der Gemeinderat jetzt die Bevölkerung – und alle Interessierten – dazu aufgerufen, ihre gestalterischen Ideen für zwei Eingangspforten einzusenden.

Diese Pforten können ein Schild zwar nicht ersetzen, aber immerhin markieren sie unübersehbar den Eingang des Dorfes.

Einzigartigkeit ist Bedingung

Es sollen aber nicht irgendwelche Pforten aufgestellt werden: «Wir als Gemeinde wollen etwas, was die anderen so nicht haben», sagt Wernli.

Dies sei beim Dorfwappen, bei der Homepage und bei vielen anderen Dingen ja auch nicht anders. Wichtig sei, dass nicht von irgendwo her ein Sujet kopiert werde.

Bisher ist beim Gemeinderat ein einziger Vorschlag eingegangen. Auf die Bitte, sich zur Originalität der Idee zu äussern, lacht Wernli und sagt: «Dazu sage ich natürlich nichts.»

1500 Bözberger Köpfe sollen denken

Er macht aber deutlich, dass nicht unbedingt eine Idee der Bevölkerung umgesetzt werden müsse, «es ist ja schliesslich kein Wettbewerb.» Der Grund ist ein ganz pragmatischer: 1500 Köpfe haben halt mehr Ideen als nur der Gemeinderat.

«Wir wollen auch nicht, dass der Gemeinderat eine Idee einfach realisiert und es den Dorfbewohnern dann nicht gefällt», sagt der Gemeindeschreiber weiter.

Und wenn seitens der Dorfbewohner keine Idee überzeugt? «Dann schauen wir weiter», erklärt er.