Scherz

Der Gasthof «Löwen» in Scherz soll auch in Zukunft weiter brüllen

Interview mit Jumni Selmani zu Gasthof Löwen in Scherz

Interview mit Jumni Selmani zu Gasthof Löwen in Scherz

Die Nachricht schlug im 636 Einwohner zählenden Scherz ein: Der Gasthof «Löwen» schliesst Ende Februar. Die Pächterin Ramize Redzepi verändert sich beruflich. Der Gemeinderat prüft eine Trägerschaft für die Landbeiz.

Da die Pächterin Ramize Redzepi kurzfristig aus ihrem Vertrag aussteigen konnte, blieb kaum Zeit für Überlegungen nach der Zukunft des «Löwen».

Der «Löwen» braucht dirngend eine Sanierung

Die in Kanada lebende 63-jährige Eigentümerin und einstige «Löwen»-Wirtin Ursula Burkard erfuhr von der Schliessung erst vor einigen Tagen durch ihre Nichte und Treuhänderin Esther Kämpfer (Wettingen). Auch der Gemeinderat von Scherz hat erst seit kurzem Kenntnis davon. Gemeindeammann Hans Vogel vermutet, dass der «Löwen» «zum Teil wegen Gästemangels, aber auch wegen der neuen beruflichen Chancen für die Wirte» schliessen muss.

Sowohl Hans Vogel wie Esther Kämpfer betonen, dass die Infrastruktur des «Löwen» dringend saniert werden müsse - eine kostspielige Angelegenheit. Laut Vogel «sind die Banken aber eher zurückhaltend bei der Finanzierung eines solchen Projektes». Ist eine Umwandlung des «Löwen» in ein Haus mit Wohnungen denkbar? «Das wird in Betracht gezogen», sagt Esther Kämpfer dazu.

Wie gehts weiter?

Jumni Selmani, Redzepis rechte Hand, kann sich vorstellen, den «Löwen» mit zwei Mitarbeitenden zu pachten - und das ohne grosse Infrastruktur-Veränderungen. Selmani sagt, dass er - mit Wirtepatent - eine gute Voraussetzung habe. Für Hans Vogel «ist eine Dorfbeiz in jedem Fall für das lebendige Dorfleben einer kleinen Gemeinde von Bedeutung».

Der Gemeindeammann erwähnt «das sehr lebendige gesellschaftliche Leben, das sich in Scherz aber vor allem in den Vereinen abspielt. Diese weisen überwiegend eine dorfübergreifende Mitgliederschaft auf, weshalb sie auch Restaurants ausserhalb von Scherz besuchen.» Gerade weil Scherz ein solch reges Vereinsleben aufweist, ist der Gemeinderat überzeugt: «Eine Landbeiz hat hier nach wie vor eine realistische Chance auf Erfolg, sofern sie die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Behörden aktiv sucht und pflegt.»

Wiedergeburt mit Trägerschaft

Der Gemeinderat sondiert nun, inwieweit aus der Bevölkerung eine Trägerschaft für den «Löwen» gewonnen werden könnte. Hans Vogel: «Dazu werden wir Gastrofachleute konsultieren und uns - je nach Resultat der Analyse - mit potenziell Interessierten aus dem Dorf zusammensetzen. Der Gemeinderat wird versuchen, im Zusammenhang mit einer allfälligen Wiedergeburt des ‹Löwen› eine motivierende und moderierende Rolle zu spielen.» Wie wird sich Ursula Burkard dazu äussern? Ihre Antwort steht noch aus.

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