Rico setzt den Ball, schlenzt ihn übers gekippte Tor und freut sich. Der Ball kommt einige Meter hinter dem Hindernis zu liegen und muss als Nächstes durch einen mit Metallstangen gekennzeichneten Endpunkt «eingelocht» werden. Kollege Pascal tut es ihm gleich, sein Ball fliegt allerdings weiter und muss danach aus schier unmöglichem Winkel durch den Endpunkt gekickt werden.

Am Samstag drehte sich auf dem Rasenplatz beim Schulhaus Au-Langmatt alles ums runde Leder. Doch für einmal muss der Ball nicht ins, sondern übers Tor geschossen werden. Das Tor lag als Hindernis auf der 6-Loch-Anlage. Hier wird nämlich Fussballgolf gespielt. Ziel des Spiels ist es, mit möglichst wenigen Schüssen in alle vorgegebenen Löcher zu treffen.

Marcel Leupi hat den aus Skandinavien stammenden Sport und in Deutschland seit acht Jahren aktuellen Freizeitplausch in den Aargau geholt. «Ich vergleiche Fussballgolf gern mit Minigolf», sagt er. «Fussballgolf ist ein Plausch für jung und alt. Einzige Bedingung: Rund ein Prozent Ballgefühl», lacht Marcel Leupi. Die Regeln sind zwar vom Golf übernommen. «Wir wollen jedoch nicht zu viele Regeln.» Eine Platzreife wie im Golf bekannt, gehört nicht dazu. Diverse Vorteile sieht Marcel Leupi im Fussballgolf: «Man bewegt sich, hält sich an der frischen Luft auf und kann sich mit Kollegen messen. Für die Ehrgeizigen wird eine Rangliste geführt.

Alles fing mit TV-Bericht an

Marcel Leupi hörte erstmals dank eines TV-Berichts bei «Schweiz aktuell» von Fussballgolf und war sofort begeistert. Er nahm mit Schweizer Fussballgolf-Pionieren Kontakt auf und ist nun Mitglied des seit Oktober 2013 bestehenden Deutschschweizer Fussballgolfverbands in Biel. Langfristiges Ziel des Verbandes ist es, Festplätze mit 18 Löchern zu realisieren. «Bislang stellen wir die Hindernisse morgens auf und räumen am Abend wieder alles ab», erklärt Marcel Leupi. Unter Mithilfe des Männerturnvereins Brugg sind die Fussballgolf-Anlässe auf der Schulanlage zustande gekommen.

Marcel Leupi schiesst den Ball und verfehlt das liegende, offene Fass. Ein weiterer Schuss ist nötig und diesmal klappts. Das Endziel auf dieser Bahn ist jedoch der Vulkan: Mit viel Gefühl hebt Leupi den Ball ins «Loch». Einige Meter hinter ihm versuchen sich drei Männer an der neuen Sportart. Ein Ball landet im Gebüsch, der andere trifft die Stange mit angebrachter Glocke. Die Männer geniessen den sportlich-legeren Schlagabtausch. «Wir nehmen das Ganze sehr ernst», lacht einer. Und doch: keiner der Drei will sich lumpen lassen. Liegt der Ball auch noch so ungünstig, er muss ins Ziel.

Weitere Fussballgolfdaten beim Schulhaus Au-Langmatt: 5. Juli, 9. August, 6. September und 4. Oktober jeweils von 10 bis 17 Uhr.