Bezirk Brugg

Der freie Richtersitz reizt beide

Linda Baldinger oder Markus Büttikofer: Wer macht das Rennen?

Linda Baldinger oder Markus Büttikofer: Wer macht das Rennen?

Am 4. März wählt der Souverän im Bezirk Brugg einen Ersatz für Friedensrichterin Rosmarie Keller-Haller (FDP). In der Schweiz am Wochenende nehmen die zwei Kandidaten Stellung zu Motivation und Stärken.

Zwei Kandidaten haben sich zur Wahl als Friedensrichter angemeldet. Bereits als solche tätig sind Antonia Clivio (FDP, Windisch), David Farruggio (FDP, Bözen), Urs Keller (CVP, Veltheim) und Beat Muff (parteilos, Windisch).

Linda Baldinger

SP, 64, Brugg, ist Sozialarbeiterin und HR-Fachfrau. Seit über 10 Jahren leitet sie das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Brugg. Von 2004 bis 2011 war sie SP-Einwohnerrätin.

Markus Büttikofer

FDP, 57, Birr, ist gelernter Lastwagenmechaniker und technischer Kaufmann. Heute leitet er die Bütra Transporte. 20 Jahre lang – 12 davon als Ammann – war er im Gemeinderat Birr.

Warum treten Sie zur Friedensrichter-Wahl an? Was motiviert Sie? Und welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die Parteizugehörigkeit?

Baldinger: Als ich Anfang Dezember 2017 die Mitteilung entdeckte, dass im Bezirk Brugg Kandidat/innen für die Ersatzwahl des Friedensrichteramts gesucht werden, fühlte ich mich sofort angesprochen. Die Arbeit mit Menschen ist für mich immer wieder herausfordernd, spannend und zugleich befriedigend. Vor allem wenn es gelingt mit Menschen, die sich in einem zwischenmenschlichen Konflikt befinden, Lösungswege auszuarbeiten.
Die Parteizugehörigkeit spielt insofern eine Rolle, dass die Zusammensetzung der Friedensrichter die verschiedenen gesellschaftspolitischen Haltungen der Bevölkerung im Bezirk Brugg widerspiegeln sollte, was aktuell nicht der Fall ist.

Büttikofer: Die Anfrage aus der FDP Bezirksparteispitze hat mich «gwundrig» gemacht. Gespräche mit der abtretenden Friedensrichterin haben mich in der Absicht bestätigt, dass ich zur Wahl antreten werde. Motiviert hat mich die Möglichkeit des aktiven Kontakts mit der Bevölkerung aus der Region in Verbindung mit einer interessanten Tätigkeit bei der Schlichtung von Konflikten . Die Parteizugehörigkeit unterstützt auf dem Weg ins Amt. Die Wählerinnen und Wähler wissen, dass ich bürgerliche Grundwerte vertrete.

Welche Eigenschaften bringen Sie mit, um das Friedensrichter-Gremium zu bereichern?

Baldinger: Mit meiner Ausbildung im Sozialbereich und der langjährigen Führungserfahrung als RAV-Leiterin kann ich sicher einen Beitrag dazu leisten. Ich kenne die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Ämtern und den verschiedenen Institutionen. Ich verschaffe mir gerne einen ersten Überblick und versuche dann, die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Zudem kann ich Menschen recht gut einschätzen und erkenne rasch, ob das vorgebrachte Problem nicht für etwas ganz anderes steht.

Büttikofer: Ich möchte von einer Ergänzung anstelle Bereicherung der vier aktiven Friedensrichter sprechen, hier bringe ich gerne meinen Leistungsausweis als ehemaliger Gemeindeammann der grössten Eigenämter Gemeinde mit ein.

Welche Erfahrungen haben Sie in Sachen Mediation oder Schlichtung von Konflikten?

Baldinger: Neben meiner Berufs- und Lebenserfahrung bringe ich für die Arbeit als Friedensrichterin verschiedene fachspezifische Weiterbildungen in Rechtsfragen, der lösungsorientierten Beratung, Transaktionsanalyse, gewaltfreien Kommunikation usw. mit. Daneben ist es mir wichtig, die Konfliktparteien ernst zu nehmen, zuzuhören und Regeln für das Verfahren zu vereinbaren. Nicht zu vergessen ist auch der Sinn für Humor, der oftmals wieder etwas Distanz und Entspannung schafft.

Büttikofer: Als Kommunalpolitiker und als Unternehmer habe ich im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Meinungsverschiedenheiten und Konflikten bearbeitet und grösstenteils positiv erledigen können. Diesen Rucksack an Erfahrung, gepaart mit gesundem Menschenverstand, bringe ich für das Amt des Friedensrichters mit.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1