Brugg-Windisch

Der Förderverein Campussaal bringt mangels Gesuchen das Geld nicht los

Die Firma Coresystems AG aus Windisch holte letztes Jahr Kunden aus der ganzen Welt in den Campussaal und veranstaltete einen richtigen Zirkus.

Die Firma Coresystems AG aus Windisch holte letztes Jahr Kunden aus der ganzen Welt in den Campussaal und veranstaltete einen richtigen Zirkus.

Das Interesse am Campussaal hält sich in Grenzen: Sowohl die beiden Standortgemeinden wie die Betreiber und der Förderverein wollen dies ändern. Veranstaltungen sollen kostengünstiger werden. Für die Bevölkerung soll es einen Spezialanlass geben.

Seit Oktober 2013 ist der Campussaal in Betrieb. 85 Veranstaltungen haben seither im Foyer respektive im Saal stattgefunden. Einige Kinderkrankheiten wurden behoben, die Kundenzufriedenheit gesteigert. Bei der Nachfrage besteht aber noch Luft nach oben: Die Standortgemeinden Brugg und Windisch nutzten den Saal im vergangenen Jahr zusammen nur viermal mietfrei (die az berichtete). Das Kontingent von zehn Buchungen zu vergünstigten Konditionen wurde nicht mal zur Hälfte ausgenutzt.

Ähnlich tönt es beim Förderverein Campussaal Brugg-Windisch, der sich als Brückenbauer zwischen Interessenten, Betreibern und Veranstaltern versteht. «Wir schliessen leider mit einem Einnahmenüberschuss von 9000 Franken ab», sagt Urs Widmer, zuständig für die Finanzen im Förderverein, an der Generalversammlung am Dienstagabend. Von sechs offiziellen Gesuchen für die Durchführung einer kulturellen, nicht kommerziellen Veranstaltung, hiess der Förderverein 2014 vier gut. «Als Daueroptimist hoffe ich, dass wir dieses Jahr Unterstützung in der Höhe von 20 000 Franken sprechen können», so Widmer weiter.

Kosten werfen Fragen auf

Heidi Ammon, Verwaltungsratspräsidentin der Campussaal Betriebs AG (CBAG) und Gemeindeammann von Windisch, erklärt das komplizierte Konstrukt hinter dem Campussaal und betont, wie wichtig die Kontaktpflege ist. Nachdem erste Erfahrungen gesammelt wurden, sei nun das Ziel, für die Veranstalter kostengünstiger zu werden, so Ammon. «Wir wollen den Saal besser nutzen», lautet ihr Credo. Die Bezeichnung «mietfrei» werde oft falsch verstanden, weil mit der Saal-Infrastruktur und dem Personal trotzdem noch Kosten anfallen. Deshalb werde die CBAG mit der Betriebsleiterin Kathrin Kalt ein neues Deckblatt zusammenstellen, um aufzuzeigen, wo bei einer Veranstaltung überall Kosten anfallen. Ammon verrät, dass im Campussaal dieses oder nächstes Jahr ein ganz spezieller, kultureller Anlass für die Bevölkerung organisiert werde.

In der Vergangenheit konnte auch die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) optimiert werden. Je nach Kundenwunsch kann die FHNW zusätzliche Räumlichkeiten für Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Neu könne man diese Räume mit einer längeren Vorlaufszeit reservieren, stellt die VR-Präsidentin zufrieden fest. Das kleine Hotelzimmerangebot in der Region Brugg stellt für Ammon nach wie vor ein Handicap dar.

Band drehte Filmclip im Saal

Wie wichtig optimale Infrastrukturen und frühzeitige Reservationen für die Veranstalter sind, zeigt Betriebsleiterin Kathrin Kalt auf. In den letzten 17 Monaten waren rund 27 000 Personen zu Gast im Campussaal. Den grössten Teil der Veranstaltungen machten Kongresse für Kunden oder Mitarbeitende von Banken, Versicherungen und weiteren Unternehmungen wie Coop aus. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Durchführung eines Anlasses dauerte es 2013 durchschnittlich rund sechs Monate und 2014 bereits siebeneinhalb Monate. «Acht Prozent der Kunden kommen aus dem Kanton Zürich», sagt Kalt und strahlt. «Das ist cool, denn wir wollen natürlich auch gegen die ausserkantonale Konkurrenz bestehen.»

Dass der Campussaal seinem Motto «Raum für grosse Ideen» auch auf unerwartete Art und Weise gerecht wird, zeigt Kathrin Kalt mit einem noch nicht ganz fertiggestellten Filmclip. Die Mundart-Popgruppe Kino Kino aus dem Aargau machte einen ganzen Tag Ton- und Filmaufnahmen im Campussaal.

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