Seit bald fünf Jahren ist der Campussaal der beiden Gemeinden Brugg und Windisch in Betrieb. Und schon doppelt so lange gibt es den Förderverein Campussaal, der sich für die breite Abstützung sowie die Anerkennung des Veranstaltungsorts einsetzt und auf Gesuch hin den Betrieb finanziell unterstützt. Berücksichtigt werden kulturelle, gesellschaftliche und nicht rein kommerzielle Anlässe.

So profitierten im vergangenen Jahr sechs Organisatoren von einem finanziellen Zustupf über insgesamt 22'000 Franken durch den Förderverein, sagte Vereinspräsident Johann Ritzinger an der Generalversammlung am Dienstagabend im Campussaal. Drei Gesuche entsprachen nicht den Richtlinien und wurden abgelehnt. Die grösste Unterstützung gab es mit 7000 Franken für die Kulturnacht. Ausserdem wurden das Orchesterverein-Jubiläumskonzert mit 4000 Franken unterstützt und das KMU-Swiss-Podium mit 3000, das FHNW-Fest mit 3000, der Martini-Treff mit 2000 sowie die Campussaal-Winter-Night mit 3000 Franken. Die im Budget 2017 bereitgestellten 5000 Franken für eine Abstimmungskampagne zu den Campussaal-Betriebsbeiträgen verwendete der Förderverein nicht. Das Resultat fiel knapp aus. Ende Mai hiessen die Brugger Stimmbürger einen jährlichen Defizitbeitrag von maximal 352 000 Franken über die nächsten zehn Jahre gut mit 1687 Ja- zu 1461 Nein-Stimmen.

Gemeinde-Vertretung gesucht

Der Förderverein Campussaal hat aktuell 180 Mitglieder (118 Privatpersonen, 42 Unternehmen sowie 20 Gemeinden und Institutionen). «Wir brauchen neue Mitglieder. Alles, was wir unterstützen, belebt den Saal», betonte Kassier Urs Widmer und ergänzte: «Bringt die Anträge, dann können wir darüber abstimmen.»

Neu besteht der Vorstand nur noch aus sechs Mitgliedern. Gemeinde-Vertreterin Brigitte Schnyder aus Hausen wurde nach sieben Jahren Vorstandsarbeit verabschiedet und Gründungsmitglied Urs Widmer nach zehn Jahren. Laut Statuten ist es ausreichend, wenn dem Vorstand mindestens fünf Mitglieder angehören. Das Gremium hat es sich aber zur Aufgabe gemacht, bis zur nächsten Generalversammlung Ersatzmitglieder für den Vorstand zu finden. Als ehemalige Frau Gemeindeammann betonte Schnyder, wie wichtig es wäre, dass wieder ein aktives Behördenmitglied von ausserhalb der Standortgemeinden Brugg und Windisch im Vorstand mitarbeitet.

35 Prozent Neukunden

Campussaal-Geschäftsleiterin Kathrin Kalt erwähnte, dass für letztes Jahr zwar 70 Veranstaltungen budgetiert waren, aber nur 65 realisiert werden konnten. Bei den Finanzen hingegen habe man das Budget mit 102 Prozent erreicht. Kalt erzählte von einem Veranstalter, der von Deutschland aus reserviert hatte und einen Haustech-Planertag im Campussaal durchführte.

Betriebsleiter Alain Campiche präsentierte einige Statistiken zu den Campussaal-Kunden. Der Anteil der Wiederholungsbuchungen ist stetig gestiegen und beträgt neu 65 Prozent. Im Kultur- und Konzertbereich möchten die Betreiber noch wachsen. Bereits zugenommen haben die Buchungen für Versammlungen. Erklärungsbedarf gibt es weiterhin beim Preis-LeistungsVerhältnis. Ziel ist für 2018 laut Campiche, in diesem Bereich Verständnis zu schaffen. Präsident Ritzinger stellte am Schluss der Versammlung fest: «Wir sehen, dass es mit dem Campussaal aufwärtsgeht. Das ist gut so.»