Brugg

Der Fasnachtsumzug ist ihre Leidenschaft – ohne diese beiden Männer würde es ihn wohl nicht mehr geben

Die Organisatoren: Bruno Schuler (l.) und Thomas Steinhauer.

Die Organisatoren: Bruno Schuler (l.) und Thomas Steinhauer.

Thomas «Steini» Steinhauer und Bruno Schuler setzen sich mit vielen Helfern dafür ein, dass der beliebte Event in Brugg bestehen bleibt.

Sie sind Fasnächtler durch und durch: Thomas «Steini» Steinhauer und Bruno Schuler. Sie haben selber in Guggen gespielt, haben Wagen gebaut und erfreuen sich noch heute dem närrischen Treiben. Zurzeit ist Steini in seinem Element. Er tingelt von Fasnachtsumzug zu Fasnachtsumzug, geht an Guggenkonzerte und lässt sich davon inspirieren für die Brugger Fasnacht.

Den Umzug würde es ohne Steini und Bruno wohl nicht mehr geben. Wie viele Stunden sie dafür investieren, mag Steini gar nicht zählen. Zum vierten Mal sind sie nun für dessen Organisation zuständig. Dies, nachdem der langjährige Zunftmeister der Konfettispalter Brugg, Hugo Schmid, 2016 seinen Rücktritt bekanntgab. 

Das OK wird jedes Jahr neu gewählt

Der Umzug 2017 wurde dann zum ersten Mal von Steini und Bruno organisiert. «Als langjährige Fasnächtler war es uns wichtig, dass es den Umzug weiterhin gibt», sagt Steini. Dass es mit Nachwuchs nicht klappen wird, sei ihm schon lange bewusst gewesen. «Es will sich niemand mehr in einem Verein verpflichten.»

Steini suchte nach einer Lösung für das Dilemma – und wurde fündig: Jeweils an der Generalversammlung der Konfettispalter wird das OK für den kommenden Fasnachtsumzug eingesetzt. Dafür lassen sich Steini und Bruno gerne einspannen. Neu ist Ramona Waser-Müller als Kassierin mit an Bord und Christoph Scheuner wird als Speaker im Einsatz sein. Den Vorsitz hat Ursula von Niederhäusern vom Vorstand, Benni Killer ist als Beisitzer dabei.

Steini sucht nun vor allem noch jemanden, der den Bereich Büro und Werbung übernehmen würde. In diesem Jahr soll es zudem zu weiteren Neuerungen im Verein kommen. Steini schwebt vor, eine Namensänderung von Konfettispalter Brugg zu Verein Fasnacht Brugg zu beantragen. Das soll helfen, den Umzug auch in den nächsten Jahren zu sichern.

Das Bezahlen des Eintritts ist Ehrensache

Obwohl sich niemand findet, der dem Verein beitreten will, so gibt es immer wieder Leute, die bereit sind, zu helfen. Zum Beispiel als Eintrittsverkäufer. Diese sind am gelben Gilet mit der Aufschrift «Staff» erkennbar. «Die Verkäufer sind angehalten, immer freundlich zu sein mit den Leuten», erklärt Steini. «Besonders mit denjenigen, die den Eintritt partout nicht zahlen wollen.» Er weist vehement darauf hin, dass mit dem Eintrittsverkauf (8 Franken ab 16 Jahren) ein Teil der Kosten des Umzugs getragen wird. Geld, auf welches das OK angewiesen ist.

Es ist also Ehrensache, eine Plakette oder zumindest den Eintritt zu bezahlen, wenn man den Umzug schaut. Andere Regeln sind genauso verbindlich: Spaghetti-Sprays sind verboten, ebenso silberne Konfettis, Papierschnitzel, Federn, Hobelspäne, Sägemehl oder das Fesseln mit Kabelbindern oder Ähnlichem. Insgesamt 41 Nummern sind am diesjährigen grossen Brugger Fasnachtsumzug vom 1. März vertreten.

Erstmals dabei sind beispielsweise die ShötliKlopfer aus Lupfig mit dem Motto «Après Ski» oder die Happy Chickens aus Wohlen mit dem Motto «Älplerchilbi». Vor und nach dem Umzug ist Beizlibetrieb und diverse Guggen werden ihren Auftritt haben. Nach dem Umzug um 17 Uhr findet bei der Storchenbühne das Rangverlesen statt. Soweit, so traditionell.

Am Brugger Umzug ändert sich vorläufig nicht viel. Er soll in seiner Form weiter bestehen, auch wenn sich die Brugger Fasnacht in Zukunft weiter verkleinern oder zumindest verändern wird, wie Steini sagt. Ein Ziel hat er aber: Irgendwann, in mittelfristiger Zukunft, soll der Umzug auch ohne ihn und Bruno Schuler stattfinden. «Ich hoffe, dass es auch in Zukunft Leute gibt, die daran Freude haben und diese auch vermitteln können.»s

Meistgesehen

Artboard 1