Normalerweise sind Samichlaus und Schmutzli mit ihren 1 ES (1 Eselsstärke) eher gemütlich unterwegs. Nicht so in Lupfig, dort kommen sie mit 300 PS angerauscht. Mit einem Kleinflugzeug landen sie schwungvoll vor den Augen zahlreicher gespannter Kinder.

Der Anlass hat auf dem Flugplatz Birrfeld Tradition, schon seit über 30 Jahren findet er am Mittwoch vor dem 6. Dezember statt. Heuer gibt es sogar beim Datum eine Punktlandung. Für den Transport zuständig ist Pilot Peter Gysi. Nach dem Start im Birrfeld dreht er mit seiner Malibu Piper Maschine noch ein paar Runden, bevor er kurz vor Dämmerung landet und zum Empfangsgebäude rollt, wo die Kinder warten. Dann ist es endlich soweit und aus dem Flugzeug steigen Julien Fahrny und Guido Pellicioli alias Samichlaus und Schmutzli.

Fahrny macht erst seit einem Jahr bei diesem Anlass mit, Pellicioli bereits seit sechs Jahren. Neulinge sind aber beide nicht, weder beim Fliegen, noch beim Verteilen der Geschenke. Flugzeugmechaniker Fahrny spielt in einer Kinderkrippe, in einem Kindergarten und bei Freunden den Samichlaus. Und Pellicioli, der als Fluglehrer und Hauswart des Flugplatzes Birrfeld arbeitet, hat ebenfalls schon öfters den Samichlaus gespielt. «Das hier ist mal etwas anderes», sagt er.

«Ein totaler Aufsteller»

«Ein totaler Aufsteller»

Samichlaus Julien Fahrni (l.) und Schmutzli Guido Pellicolli landen am 6. Dezember mit dem Flugzeug auf dem Birrfeld. Im Video sprechen sie über die Reaktionen der Kinder und wie sie selbst den speziellen Anlass erleben.

Die Grossmutter war schockiert

Die Veranstaltung ist für alle offen, eine Anmeldung ist nicht nötig. Letztes Jahr seien rund 180 Kinder da gewesen, erzählen Fahrny und Pellicioli. Für jedes Kind gab es ein Chlaus-Säckli. Doch auch für noch mehr Besucher sind sie ausgerüstet, die übrig gebliebenen Säckli werden an die Kunden des Flugplatzes verteilt. Finanziert und organisiert wird die ganze Aktion vom Aero-Club Aargau.

Fahrny und Pellicioli ist es wichtig, dass die Kinder keine Angst vor ihnen haben. Pellicioli erklärt: «Der Schmutzli ist eine traditionelle Figur, die ich auch so darstellen möchte. Aber die Kinder sollen keine Angst vor ihm haben, deswegen spreche ich mit ihnen.» Fahrny teilt diese Meinung. Er selbst hat als Kind die Samichlausbesuche positiv erlebt. Bis auf einmal, als der Samichlaus gleich mit sieben finsteren Schmutzlis aufkreuzte, was sogar die Grossmutter schockierte.

Die Reaktionen der Kinder seien sehr unterschiedlich, erzählen Fahrny und Pellicioli. Einige seien zu Beginn sehr schüchtern und trauten sich erst mit der Zeit mehr. Andere wiederum hätten schon von Anfang an keinerlei Berührungsängste und sagten munter ihr Versli auf.

Manche sängen sogar etwas vor, überreichten Zeichnungen oder selbst gebastelte Geschenke. «Die Zeichnungen hängen jetzt bei mir am Werkstattboy», sagt Fahrny und schmunzelt. Dass er als Schmutzli weniger beschenkt wird und eher im Hintergrund steht, macht Pellicioli nichts aus. So hat er die Gelegenheit, die Kinder und ihre Reaktionen zu beobachten. Für beide Männer ist der Anlass ein tolles Erlebnis. Es werde ihnen nicht langweilig und es sei einfach etwas total Schönes, beschreiben sie und strahlen.

Nun hoffen sie auf gutes Wetter, doch auch Nebel oder starkes Schneetreiben sind keine ernsthaften Probleme. Zwar darf das Flugzeug dann nicht starten, stattdessen wird es aber aus dem Hangar herausrollen. Dank dem schlechten Wetter dürfte das jedoch gar nicht auffallen.

Mittwoch, 6. Dezember, landen Samichlaus und Schmutzli um 17 Uhr auf dem Flugplatz Birrfeld.