Windisch
Der Energiefonds schwimmt im Geld

Die Energiestadt will Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz unterstützen, die Nachfrage ist gering.

Claudia Meier
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Mit dem Energiefonds sollen auch erneuerbare Energien gefördert werden. (Symbolbild)

Mit dem Energiefonds sollen auch erneuerbare Energien gefördert werden. (Symbolbild)

Limmattaler Zeitung

Die Gemeinde Windisch ist Energiestadt und verfügt seit 2005 über einen Energiefonds. Mit diesem will sie Massnahmen und Projekte unterstützen, die den Einsatz erneuerbarer Energien steigern, die Energieeffizienz verbessern, zum bewussteren und sparsameren Umgang mit Energie sowie einer Optimierung in den Bereichen Abfall, Abwasser, Wasser und Mobilität führen. Die Rede ist von informellen und strategischen, nicht aber von baulichen und technischen Massnahmen wie etwa die Installation von Solaranlagen oder der Verkauf energieeffizienter Geräte, hielt der Gemeinderat 2014 fest, als der Einwohnerrat über ein neues Reglement für den Fonds abzustimmen hatte.

Philipp Umbricht von der FDP beantragte damals im Einwohnerrat vergeblich, der Energiefonds sei mit nur 0,2 Prozent des jährlichen Umsatzes der Versorgungs- und Entsorgungsbetriebe zu speisen – und nicht wie vom Gemeinderat vorgesehen mit 0,5 Prozent. Denn es komme relativ schnell viel Geld zusammen, lautete Umbrichts Begründung. Er sollte recht behalten, wie sich nun zeigt.

2017 gingen 6000 Franken weg

Als das Gemeindeparlament vor wenigen Wochen über die Rechnung 2017 diskutierte, fragte CVP-Einwohnerrat Toni Burger, ob die Bevölkerung überhaupt richtig wisse, wann sie Geld aus dem Energiefonds beantragen könne. Denn letztes Jahr flossen Fr. 41 858.10 in den Fonds und nur 6000 Franken weg. Insgesamt haben sich per Ende 2017 über 176 000 Franken im Windischer Energiefonds angesammelt.

Auf Nachfrage der AZ sagt der zuständige FDP-Gemeinderat Matthias Treier: «Die 6000 Franken im 2017 wurden für die Weiterführung der Energiebuchhaltung der Gemeinde eingesetzt.» In der Zeit von 2010 bis 2017 wurden dem Energiefonds pro Jahr zwischen 0 und 29 940 Franken entnommen. In den Jahren zwischen 2005 und 2009 wurde der Energiefonds noch nicht in der Bilanz geführt. Früher wurde der Fonds laut Treier nur mit einem Beitrag vom Elektrizitätswerk gespeist, respektive von 2010 bis 2013 mit jeweils 25 000 Franken pro Jahr.

Beitrag an Fahrzeugrennen

Als weitere Beispiele für die Unterstützung durch den Energiefonds erwähnt der Gemeinderat einen Beitrag an die Wave-Trophy (Rennen von Elektrofahrzeugen), die in Windisch Halt machte; die Finanzierung einer Diplomarbeit zur Potenzialanalyse für die solarbasierte Wärme- und Energieerzeugung bei der Windischer Schulanlage Chapf-Dohlenzelg. Auch die beiden Teilnahmen an den Gewerbeausstellungen Expo Brugg-Windisch in den Jahren 2012 und 2018 sowie die Durchführung eines «Energie-Workshops» an der Schule wurden aus dem Energiefonds bezahlt.

Treier erwähnte bereits an der Einwohnerratssitzung vor den Sommerferien auf die Anmerkung von Toni Burger, dass Windisch zusammen mit Energie Zukunft Schweiz mit einem Stand zum Thema «Energie/Nachhaltigkeit» vom 18. bis 21. Oktober an der Expo 2018 präsent sein wird. Dadurch ergeben sich bestimmt zahlreiche Möglichkeiten, die interessierten Besucher auf den Fonds aufmerksam zu machen. Am Stand werden die Gäste mit der interaktiven Ausstellung «Ressourcity» auf spielerische Weise erfahren, wie sich ihr Verhalten auf die Umwelt auswirkt, und ihr Wissen zu Nachhaltigkeitsthemen testen können. Der Energiefonds sei zudem in den aktuellen Legislaturzielen des Gemeinderats, die allen Haushalten verteilt wurden, erwähnt, ergänzt Treier. Eine Überarbeitung des Reglements ist derzeit nicht geplant.