Schinznach

Der Edelstahl für das neue Becken ist da

Die Edelstahl-Elemente fürs Schwimmbecken werden angeliefert und abgeladen.zvg/Christina Christen

Die Edelstahl-Elemente fürs Schwimmbecken werden angeliefert und abgeladen.zvg/Christina Christen

Es war ein harter Kampf, aber nun wird das Schwimmbad erneuert und erweitert

Um die Ohren pfeift eine steife Brise, die Finger sind klamm: Wer denkt bei den Temperaturen um den Gefrierpunkt schon an Sommer, Sonne und Badevergnügen? Wasser hat es sowieso keines im Becken im Schwimmbad Schinznach. Trotzdem herrscht reges Treiben auf dem Areal. Für knapp 3,5 Mio. Franken wird die Anlage derzeit erneuert und erweitert.

Von weitem ist der Kran zu sehen, das Gelände ist mit einem Zaun abgesperrt, beim Garderobengebäude stehen Baucontainer. Ende August wurde die Badesaison beendet, im September begannen die Arbeiten. In einer ersten Phase ist das bestehende Schwimmbecken teilweise abgebrochen, sind die Fundamente für die Erweiterung erstellt worden. Betoniert ist inzwischen auch das angrenzende Ausgleichsbecken und komplett ausgehöhlt wurde das Technikhaus. Fertig sind überdies die Fundamente für die neue Breitwellenrutschbahn.

Belastetes Material wurde entsorgt

Die Tätigkeiten befinden sich im Zeitplan, sagt Roman Maeder, Baukommissionsleiter der Schwimmbadkommission, bei einem Augenschein an diesem kalten Morgen. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, unerwartet sei einzig das leicht belastete Material gewesen, das beim Aushub der Beckenerweiterung zum Vorschein kam: hauptsächlich Ziegel und Bauschutt. Vor unlösbare Probleme stellte es die Baukommission indes nicht, das belastete Material konnte entsorgt werden. Gleiches gilt für den Boden der alten Küche: Er stellte sich als asbesthaltig heraus und wurde vorschriftsgemäss entfernt.

Letzte Woche sind die Edelstahl-Elemente für das Schwimmbecken angeliefert worden. Sie werden nun vor Ort montiert und zusammengeschweisst. Die Arbeiten dauern bis Anfang des nächsten Jahres, einzig über die Festtage wird eine Winterpause eingelegt. Weiter werden die nötigen Leitungen verlegt und im Technikhaus wird die Wasser-Aufbereitungsanlage eingerichtet. Die Aussenhülle des Gebäudes erhält eine Auffrischung.

Küche baut Angebot aus

Auf der gegenüberliegenden Seite, in der mittlerweile vollständig ausgeräumten Küche, werden ein neuer, grosszügiger Kühlraum sowie zeitgemässe Gerätschaften eingebaut. «Die Einrichtungen befinden sich dann wieder auf dem neusten Stand», sagt Maeder. «Auf diese Weise können wir die Kapazität erhöhen und das kulinarische Angebot erweitern.» In seiner heutigen Form bestehen bleibt das Garderobengebäude. Die sanitären Anlagen werden allerdings, wo nötig, erneuert. Angepasst werden nicht zuletzt das Kassenhaus mit der Zutrittskontrolle sowie die Umgebung. Apropos: Noch ist die Detailplanung nicht ganz abgeschlossen, fest steht aber, dass der Sitzplatz beim Restaurant vergrössert wird.

Anfang Mai des kommenden Jahres erfolgt die Inbetriebnahme. «Wir sind rechtzeitig bereit für die Badesaison», verspricht Maeder. Auch wenn es bei Sanierungen immer gewisse Unsicherheiten gebe: Mit Überraschungen rechnet er nicht, auch nicht mit kostentreibenden. «Wir bewegen uns im Rahmen.»

Viele zeigen sich grosszügig

Yvonne Berglund von der Schwimmbadkommission ist wie die weiteren Mitglieder sichtlich glücklich darüber, dass nach einer intensiven Planungsphase sowie einigen Rückschlägen alles rund läuft. «Ende gut, alles gut», fasst sie mit einem Lachen zusammen. «Wir mussten lange kämpfen. Es ist schön, dass endlich gearbeitet werden kann.»

Erfreulich verlaufen, fährt sie fort, ist auch die Suche nach Sponsoren für die Breitwellenrutschbahn: «Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen.» Sie ist überzeugt: «Der grosse Zuspruch ist auch ein Zeichen dafür, dass der Bevölkerung das Schwimmbad am Herzen liegt.» Zugesichert wurden stolze 140 000 Franken. Erstellt werden kann mit diesem Betrag eine 17,4 Meter lange Rutschbahn für rund 125 000 Franken – passend zu dem neuen Becken übrigens aus Chromstahl. Der Rest des Geldes wird für neue Geräte für den Spielplatz verwendet. «Der ganze Betrag kommt vollumfänglich und direkt der Rutschbahn und den Spielgeräten zugute», betont Yvonne Berglund. Die Sammelaktion über die Crowdfunding-Plattform lokalhelden.ch läuft übrigens noch. Es ist also weiterhin möglich, einen finanziellen Beitrag zu leisten.

Hier gehts zur Webcam

Als positiv bezeichnet die Schwimmbadkommission ebenfalls, dass mit Mirjam Laube schon eine Badmeisterin für die nächste Saison gefunden werden konnte. Sie wechselt vom Schwimmbad Villnachern nach Schinznach. Die Verhandlungen mit einem Pächter fürs Restaurant sind im Gang. Ein Vertrag konnte aber noch nicht abgeschlossen werden.

Die Eröffnung des sanierten und erweiterten Schwimmbads Schinznach wird am Samstag, 20. Mai, gebührend gefeiert. Über das Programm lässt sich Yvonne Berglund noch nichts entlocken, nur so viel: «Es wird ein Fest für die Bevölkerung.» Dieser wird, fügt sie an, in Zukunft eine moderne, noch attraktivere Anlage zur Verfügung stehen. Sie verweist neben der Breitwellenrutschbahn und der vergrösserten Küche auch auf den neuen Sprungturm, der mit einem 1- und einem 3-Meter-Brett ausgestattet sein wird. «Wir bleiben ein typisches Familienbad.»

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