Leserbriefe

Der doppelte Briner: SVP-Präsident hat ein neues Pseudonym

«Hans Peter Schär» wurde nun zu «Yves Dupont»?! SVP-Präsident Frederik Briner schreibt Leserbriefe unter einem neuen Pseudonym.

«Hans Peter Schär» wurde nun zu «Yves Dupont»?! SVP-Präsident Frederik Briner schreibt Leserbriefe unter einem neuen Pseudonym.

Windischs SVP-Präsident Frederik Briner schreibt schon wieder unter falschem Namen Leserbriefe – auf Hans Peter Schär folgt Yves Dupont.

Leserbriefe und Onlinekommentare waren lange Jahre die Spezialität von Frederik Briner und Hans Peter Schär. Es gab fast kein Thema, zu dem sich nicht mindestens einer der beiden äusserte.

Anfang 2014 gratulierte Hans Peter Schär in einem Onlinekommentar dem Windischer Frederik Briner zur Wahl in den Einwohnerrat: «Dein Entschluss, in der Politik mitzuarbeiten an einer besseren Zukunft, sollte uns allen im dritten Lebensalter ein Vorbild sein. Mögest du dich auch in diesen manchmal stürmischen Wässern der Politik ebenso behaupten wie früher in den tosenden Meereswellen.» Danach verstummte Schär.

Nicht ganz unerwartet, denn kurz zuvor hatte die az aufgedeckt, dass die Leserbriefe und Onlinekommentare von Briner und Schär einen gemeinsamen Verfasser hatten: Frederik Briner.

Zuerst Lehrer, dann Psychologe

Im Laufe des Jahres 2014 tauchten in der az die ersten Leserbriefe und Onlinekommentare eines Yves Dupont auf. Er äusserte sich zur nationalen und internationalen Politik ebenso wie zur Bildung. Nichts deutete auf eine Verbindung zwischen SVP-Ortsparteipräsident Frederik Briner und Yves Dupont hin.

Nichts ist aber nicht ganz korrekt, denn wer die Einsendungen unter die Lupe nahm, fand Gemeinsamkeiten. Briner und Dupont haben nicht nur denselben Jahrgang, sie benutzten dieselben elektronischen Kommunikationsmittel, teilten teilweise ihre Adresse und sie sind auf demselben Weg ins Berufsleben eingestiegen: als Lehrer.

So schreibt Dupont in einem Onlinekommentar: «Ich habe Schulpraxis und ein Lehrerpatent.» Auch Briner war Lehrer gewesen, bevor er sich zum Psychologen weiterbildete.

Er hat keine Erklärung dafür

Zudem verbindet die beiden ein gewisses Flair zum Mittelmeer. Dupont war, wie er in einem Leserbrief schrieb, schon ferienhalber in Griechenland gewesen und Briner war Profiskipper.

Unter dem Titel «Neurotiker und Hysteriker an Bord: der Skipper als Psychologe – der Psychologe als Skipper» referiert er darüber. Dabei kann er auf sein Fachwissen zurückgreifen, denn bis 1994 hatte Dr. Frederik Briner eine Psychologiepraxis betrieben. Eine Verbindung zwischen sich und Yves Dupont weist Briner auf die entsprechende Frage weit von sich.

Er kann sich nicht erklären, woher die vielen Übereinstimmungen zwischen ihm und Dupont kommen. «Ich würde sicher nicht meine Handynummer angeben, wenn ich unter einem Pseudonym schreiben würde», teilt er mit.

Zugleich freut er sich, dass es Dupont in die Print-Ausgaben der az geschafft hat. Damit lässt er offen, ob Yves Dupont mehr ist als nur einfach der virtuelle Erbe von Hans Peter Schär.

Bei der az sind Leserbriefe zum aktuellen Geschehen willkommen. Sie werden immer mit Vorname, Name und Wohnort des Verfassers publiziert. «Ich verstehe nicht, warum der Politiker Frederik Briner die Briefe nicht mit seinem Namen versieht und zu seiner Meinung steht», sagt az-Brugg-Ressortleiterin Claudia Meier.

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