Mit seinen etwas mehr als 1500 Einwohnern ist Bözberg eine kleiner Fleck auf der Landkarte der Schweiz. Gäbe es jedoch eine Schweizer Korbball-Landkarte, dann wäre Bözberg ein deutlich grösserer Ort. Sogar der grösste im Kanton Aargau – zumindest, wenn es um die Spitzenteams geht. Der STV Bözberg ist nämlich der einzige Aargauer Verein, der bei den Männern und bei den Frauen eine Equipe in den nationalen Ligen stellt. Die Bözberger Frauen haben vor wenigen Wochen den Aufstieg in die Nationalliga A geschafft, die Männer sind zeitgleich von der 1. Liga in die Nationalliga B aufgestiegen.

Dass die Bözberger im Korbball derart stark sind, ist kein Zufall. Der Turnverein setzt seit vielen Jahren fast ausschliesslich auf die Ballsportart. «Der Korbball hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir haben zwar auch polysportive Trainings bei den Männern und eine Einheit Geräteturnen bei den Frauen, aber in allen anderen Trainings wird ausschliesslich Korbball gespielt», sagt Vereinspräsident Benjamin Plüss, der in Bözberg wohnt und seit der Primarschule beim STV Bözberg Korbball spielt.

Immer weniger Teams

Obwohl die Bözberger konsequent auf den Korbballsport setzen, gab es in den letzten Jahren grosse Veränderungen. Als Plüss mit Korbball begann, war die Sportart noch deutlich populärer. Zwar war sie auch damals eine absolute Randsportart, aber es gab im Kanton Aargau immerhin noch mehrere Ligen, in denen etliche Vereine ein Team gestellt hatten. Heute sieht es – vor allem bei den Männern – ganz anders aus. Es gibt bei den Männern nur noch eine kantonale Liga (1. Liga), in der lediglich fünf Teams spielen. Zwei davon stellt der STV Bözberg.

«In den letzten zehn Jahren ist die Korbballszene im Aargau immer kleiner geworden. Die Turnvereine haben vermehrt begonnen, auf andere Sportarten wie beispielsweise Volleyball zu setzen, statt wie früher üblich auf Korbball», sagt Plüss. «Diese Veränderung hat natürlich auch grosse Auswirkungen auf unseren Verein. Gerade beim Nachwuchs ist es nicht einfach, die Jungen nach der Jugendriege zu den Aktiven zu holen.»

Bewährungsprobe für die Jungen

Umso erfreulicher ist der Bözberger Doppelaufstieg in dieser Saison, denn sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sind die jüngeren Akteure bereits feste Bestandteile des Teams. Und das soll in der kommenden Saison so bleiben. «Bei uns sollen alle die Chancen haben, sich für die Nationalliga B zu empfehlen. Wir wollen den Jungen die Möglichkeit geben, auf nationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln», sagt Plüss, der früher in der Nationalliga A und B mit Bözberg gespielt hat und heute noch Teil der ersten Mannschaft ist.

Auch die Frauen haben sich längst in den nationalen Ligen etabliert. Der Sprung von der NLB in die oberste Spielklasse ist allerdings sehr gross. Daher sind die Verantwortlichen derzeit daran, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen, um eine möglichst schlagkräftige Mannschaft für das Abenteuer Nationalliga A zu stellen. Denn schliesslich soll der STV Bözberg auch künftig ein klingender Name in der Schweizer Korbballszene sein.