Busdrama

«Der Chauffeur war unter Druck und fuhr permanent zu schnell»

Eurobus-Reiseteilnehmer Dennis Brütsch.

Eurobus-Reiseteilnehmer Dennis Brütsch.

8000 Kilometer in 14 Tagen – war das dichtgedrängte Reiseprogramm des Aargauer Reisecars Grund für den Unfall mit vier Todesopfern? Gut möglich, meint Dennis Brütsch, der vor kurzem die gleiche Reise gemacht hat.

Wieso der Car des Aargauer Reiseunternehmens Eurobus vor vier Tagen auf schnurgerader Strecke mit voller Wucht in einen Felsen geprallt ist, ist nach wie vor unklar.

Dass es zu einem solch schweren Unfall gekommen ist, überrascht Dennis Brütsch aber nicht. Er hat vor kurzem die gleiche Reise, die Traumreise Nordkapp - Lofoten, gemacht.  «Der Chauffeur ist permanent zu schnell gefahren», erinnert er sich gegenüber TeleM1.

Ohne Reisebegleitung

Der Chauffeur muss auf der 14-tägigen Reise 8000 Kilometer fahren, und dies ohne Reisebegleitung. Das bedeutet auch, dass er nebst dem Fahren auch fürs Organisatorische zuständig ist.

Hat Zeitdruck zum Busdrama in Norwegen geführt?

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«Für diese Reise war immer ein Chauffeur vorgesehen. Wir überprüfen die Ausgestaltung der Reisen periodisch und werden auch jetzt eine Neubeurteilung vornehmen», schreibt das Unternehmen dem Regionalsender.

Wie Dennis Brütsch angibt, sei die Reise nebst allem noch schlecht organisiert gewesen. Der Chauffeur habe sich häufig verfahren. Eurobus verteidigt sich und meint, dass die Buschauffeure vor Abreise «gut auf die Route vorbereitet» würden. Ob der im Busdrama verwickelte Chauffeur das erste Mal auf der Route unterwegs war, dazu äusserte sich das Unternehmen nicht.

Die norwegischen Ermittler schliessen einen technischen Defekt am verunglückten Bus aus. Vier Passagiere starben beim Unfall, 13 wurden verletzt.

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