Der Betrieb des Campussaals Brugg-Windisch hält die Politiker immer wieder auf Trab. Der Grund dafür ist, dass die beiden Standortgemeinden Brugg und Windisch jährlich einen Defizitbeitrag von maximal 542 000 Franken zum Betrieb beisteuern müssen.

Nur ein paar hundert Meter vom Campussaal entfernt wird seit einigen Monaten die Eventhalle Lifehouse an der Aarauerstrasse 71 in Brugg betrieben.

SVP-Einwohnerrat Patrick von Niederhäusern wollte deshalb vom Stadtrat in einer kleinen Anfrage wissen, wie die Stadt respektive die Campussaal-Betreiberfirma ABA Management GmbH auf diesen privatwirtschaftlichen Mitbewerber reagiert.

Die Saalmieten belaufen sich laut von Niederhäusern beim Lifehouse auf etwa die Hälfte derjenigen des Campussaals. Der Einwohnerrat fragte auch, was die Stadt Brugg unternimmt, um die Campussaalmiete auf ein marktübliches Niveau zu senken.

«Zwei sehr unterschiedliche Objekte»

In seiner Antwort schreibt der Stadtrat Brugg, dass es sich bei den beiden erwähnten Eventlocations um sehr unterschiedliche Objekte handelt. Der Campussaal mit einer Grösse von 1250 Quadratmetern (Saal und Foyer) und einer Kapazität von 300 bis 900 Personen sei mindestens doppelt so gross wie das Lifehouse. Aus diesem Grund sehe man den Campussaal eher im Benchmark mit grossen Locations wie der Trafohalle in Baden, der Umweltarena in Spreitenbach und dem Kultur- und Kongresshaus (KUK) in Aarau.

Der Stadtrat hält am Campussaal fest. «Mit der Abstimmung im März 2017 hat sich die Bevölkerung für die Weiterführung des Betriebs des Campussaals entschieden, was die Stadt Brugg verpflichtet, sich an dieses Abstimmungsergebnis zu halten», schreibt die Behörde weiter. Des Weiteren seien die Gemeinden Brugg und Windisch durch einen Aktionärsbindungsvertrag in der Pflicht.

«Das Angebot dieser hochmodernen, professionellen Event-Location mit den enormen Lagevorteilen direkt am Bahnhof wird als sehr attraktiv bewertet.» Ausserdem erfolgte die Eröffnung des Lifehouse laut Stadtrat «mit dem vollen Bewusstsein, dass der Campussaal dieses Marktfeld bereits sehr gut abdeckt». Da es sich aber um unterschiedlich grosse Event-Lokale handle, sei keine direkte Konkurrenzsituation entstanden. Im Gegenteil: Die Wettbewerbssituation könne zum Positiven genutzt werden.

«Lifehouse kann auch profitieren, dass die Campussaal-Betreiberin ABA Management GmbH seit fünf Jahren intensive Standort-Vermarktungsanstrengungen forciert.» Die aktuelle Benchmark-Analyse des Campussaals zeige klar auf, dass er sich mit einer attraktiven Preis-Gestaltung bereits im vorderen Feld der Preis-Leistungs-Vergleiche befinde.