Der Bau und die erfolgreiche Inbetriebnahme des Campussaals am Hauptsitz der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch war ein Kraftakt, der sich nur dank der Kooperation der beiden Trägergemeinden Brugg und Windisch sowie mehreren Urnengängen realisieren liess. Die vom Brugger und Windischer Stimmvolk gutgeheissenen (maximalen) Betriebsbeiträge gelten nur noch dieses Jahr.

Den beiden Einwohnerräten wird die neue Vorlage über die künftigen Betriebsbeiträge Campussaal am 10. März in Brugg und am 15. März in Windisch zum Entscheid unterbreitet. Die Urnenabstimmung erfolgt dann in beiden Kommunen am 21. Mai.

Vor einem Jahr wurde bekannt, dass für diese wichtige Vorlage extra eine Task-Force eingesetzt wurde – bestehend aus Gemeinderat Max Gasser, Stadtrat Leo Geissmann sowie Riet Pfister, Geschäftsführer der Campussaal Betriebs AG, und dem früheren Brugger Vizeammann Martin Wehrli, Verwaltungsratspräsident der Campussaal Immobilien AG. Diese hatte sich auch um die vielen offenen Fragen zu kümmern, die in den ersten Betriebsjahren aufgetaucht sind. Noch liegt die neue Botschaft nicht vor.

KMU blitzten zweimal ab

Eigentlich könnten die Patronatsgemeinden Brugg und Windisch den Campussaal oder das Foyer zehnmal pro Jahr mietfrei nutzen. Davon machte aber vor allem die Stadt Brugg bisher eher zögerlich Gebrauch. 2014 erfolgten im Namen der Trägergemeinden vier mietfreie Nutzungen, 2015 waren es zehn und letztes Jahr wurde das Kontingent mit sechs mietfreien Nutzungen wieder nicht ausgeschöpft (siehe Box).

Die meisten Anlässe laufen unter der gemeinsamen Trägerschaft von Brugg und Windisch. Auffallend ist aber einerseits, dass sich die Gemeinde Windisch seit der Eröffnung des Campussaals zu diesem Projekt bekennt und ihre Bewohner jeweils zum Neujahrsapéro ins Foyer einlädt.

Auch für 2018 liegt die Reservation bereits vor. Die Stadt Brugg andererseits hat es bisher nicht geschafft, eine eigenständige Veranstaltung zu organisieren und auf der Referenzliste erwähnt zu werden.

Auf die Nachfrage bei der Stadt Brugg, ob irgendwann ein solcher Anlass vorgesehen ist, antwortet der Windischer Gemeindeschreiber und Koordinator der Gesuche, Stefan Wagner: «Es ist nicht unser Fehler oder unser Versagen, wenn wir 2016 ‹nur› sechs Anfragen für mietfreie Benutzungen erhalten haben.»

Die Idee hinter den mietfreien Benutzungen sei ja nicht, dass die Gemeinden selbst zehn solche Anlässe durchführen. Im Gegenteil, der Antrag bezwecke, dass vor allem Vereine oder Organisationen für passende Anlässe die Möglichkeit haben, den Saal gratis zu benützen.

Als Hairstylistin Beyza Tut aus Brugg bei den Patronatsgemeinden ein Gesuch einreichte für eine grosse Hochzeitsmesse mit regionalen KMU, blitzte sie zweimal ab, da es sich um einen kommerziellen Anlass handle. Tut führt ihre Hochzeitsmesse nun deutlich kleiner am 28. und 29. Januar im Forum Odeon durch.

Für das laufende Jahr gibts laut Stefan Wagner sieben Reservationen für eine mietfreie Nutzung. «Eine Anfrage haben wir zurückgestellt, da wir uns Handlungsspielraum für weitere, erste Anfragen offen halten wollen.» Kommentar rechts