Campus

Der Campus und die Region werden miteinander vernetzt

Der Campus-Neubau wächst – und mit ihm wachsen vielfältige Chancen. walter schwager

Der Campus-Neubau wächst – und mit ihm wachsen vielfältige Chancen. walter schwager

Nach langer Planungs- und Vorbereitungszeit – und einer Verzögerung durch ein Störmanöver in letzter Minute – wächst jetzt das Gebäude des Fachhochschul-Campus Brugg-Windisch aus der Baugrube empor.

Grund genug für die Gewerbevereinigung Zentrum Brugg unter dem Titel «Campus 2013 – der Countdown läuft» im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Frage nach den Chancen nachzugehen, die sich der regionalen Wirtschaft aus diesem Campus eröffnen.

Einem Vorhaben, das nicht auf die unmittelbaren Baukosten von rund 200 Millionen Franken reduziert werden sollte. Immerhin wird der Fachhochschul-Campus mit seinen rund 3000 Studierenden und 1000 Dozierenden ab 2013 auch im wirtschaftlichen Gefüge der Region eine wichtige und nachhaltige Rolle spielen. Da möchte sich das regionale Gewerbe verständlicherweise eine Scheibe abschneiden. Benno Meier, der Vizepräsident der Vereinigung Zentrum, richtete denn auch einen eindringlichen Appell an die Unternehmer, die Chancen zu nutzen.

«Ein attraktiver Standort»

Chancen eröffnen sich durch den Campus aber auch der Fachhochschule Nordwestschweiz und ihrem Standort Brugg-Windisch selber. Auch die Fachhochschule steht ja im Wettbewerb. Im Kampf um die Studierenden stellt sich auch die Frage, ob denn Brugg Windisch überhaupt ein attraktiver Hochschulstandort ist. Schliesslich ist ein Campus mehr als bloss ein Gebäude – auch wenn dieses Gebäude in jeder Beziehung beachtlich ist.

«Brugg-Windisch ist ein attraktiver Hochschulstandort», betonte Stephan Burkart, Dozent und Leiter Praxistransfer an der Hochschule Wirtschaft der FHNW Brugg-Windisch. «Das ist mein persönliches Fazit. Aber die Angebote dieses Standortes müssten noch besser bekannt gemacht werden. Die Studierenden wissen noch zu wenig darüber, was hinter den Geleisen läuft. Die Zentrumsgemeinden Brugg-Windisch und die Region sollten die Chancen des Campus nützen. Dazu müssen jedoch gewisse neue Angebote aufgebaut werden.»

266 fahren nach Unterricht nach Hause

Das Fazit von Stephan Burkart wird durch eine Arbeit untermauert, die an der Fachhochschule Wirtschaft entstanden ist, und die zum Ziel hatte, die Bedürfnisse der Studierenden und der Mitarbeitenden der Fachhochschule Brugg-Windisch zu untersuchen. Angeregt worden war die Arbeit durch einen Vorstoss, den Silvia Kistler im Brugger Einwohnerrat eingebracht hatte. In dieser Arbeit werden nicht nur die Vorzüge des Standortes herausgeschält. Zum Ausdruck kommen auch die Anliegen der Studierenden.

Eine Umfrage beispielsweise hat aufgezeigt, dass 266 Studierende nach dem Unterricht nach Hause fahren und nur 8 in Brugg oder Windisch bleiben. Aus der Umfrage geht aber auch hervor, dass Studierende durchaus bleiben würden, wenn ein entsprechendes Angebot vorhanden wäre. (In der Arbeit werden jetzt übrigens Erkenntnisse wissenschaftlich bestätigt, die sich im Sommer 2010 aus einer Artikelfolge in der AZ mit Gesprächen mit Studierenden ergeben hatten.)

Vernetzung durch «Wirkstoff»

«Die bestehenden Angebote sind bei den Studierenden viel zu wenig bekannt», sagte Stephan Burkart. Dem soll jetzt abgeholfen werden. Vorgesehen sind eine Facebook-Fangruppe, ein Infoboard und eine Austauschplattform. «Wir haben uns vorgenommen, regelmässige Treffen durchzuführen, bei denen die Fachhochschule, die Stadt Brugg, die Vereinigung Zentrum und die Studierenden vertreten sind», erklärte Stephan Burkart.

Unter dem Namen «Wirkstoff» wird zudem eine Informationsplattform für Wissen, Erfahrung und Austausch etabliert. Stephan Burkart: «Diese Plattform wird im September 2012 erstmals aktiv werden. Vorgesehen sind, neben einer Ausstellung mit Bachelorarbeiten, auch Diskussionspodien und Vorträge.»

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