Brugg-Windisch

Der Campus als architektonischer Brückenschlag

Im Innern der Brücke zwischen den beiden Gebäuden des neuen Campus (v.l.): Projektleiter Christoph Bader, Architekt Michael Schmid und Landschaftsarchitekt David Bosshard. Annika Bütschi

Im Innern der Brücke zwischen den beiden Gebäuden des neuen Campus (v.l.): Projektleiter Christoph Bader, Architekt Michael Schmid und Landschaftsarchitekt David Bosshard. Annika Bütschi

Der Campus-Neubau ist mehr als eine Fachhochschule – er ist gleichzeitig Blickfang und Begegnungsstätte. Dank privaten und offen zugänglichen Aussenräumen auf dem Dach entsteht in luftiger Höhe ein aussergewöhnliches Wohnquartier.

Drei Männer stehen am oberen Ende der künftigen Campus-Treppe in Windisch: Architekt Michael Schmid, Landschaftsarchitekt David Bosshard und Projektleiter Christoph Bader. «Wir haben schon in der Wettbewerbsphase Vorschläge gemacht, wie die bestehenden Hallerbauten mit dem neuen Campus verbunden werden könnten», sagt Schmid vom Büro B in Bern zum architektonischen Konzept, wie es nun realisiert wird.

«Für uns war es eine grosse Herausforderung, in diese zwei trapezförmigen Bauten, ein Raumprogramm zu integrieren, in welchem die Fachhochschule rund zwei Drittel der Fläche nutzt», so Schmid weiter. Schnell war klar, dass die beiden Gebäude gleichwertig sein sollen und mit einer markanten Brücke über der neuen Bahnhofstrasse miteinander verbunden werden. «Der Campus wird zwei Haupteingänge haben. Wir schlagen mit dem Bau eine Brücke zwischen den beiden Standortgemeinden – Brugg und Windisch», erklärt Schmid.

Begegnungszone beim Bahnhof

Auf dem Dach des Campus entstehen Mietwohnungen, welche sich von aussen nicht von den Schulungs- und Büroräumlichkeiten unterscheiden. Dank privaten und offen zugänglichen Aussenräumen auf dem Dach entsteht in luftiger Höhe ein aussergewöhnliches Wohnquartier.

Hinter den beiden Hauptgebäuden wird in den nächsten Monaten eine Begegnungszone fertiggestellt. «Hier kann die Bevölkerung Feste oder Märkte veranstalten», sagt Schmid. «Daneben wird Mischverkehr angestrebt mit einer Tempo-30-Zone. Der Strassenraum wird aber nicht mit Randsteinen abgetrennt werden», betont Landschaftsarchitekt David Bosshard aus Bern. «Der durchgehende Platz soll helfen, die beiden Campusgebäude als Einheit zu lesen.»

In Zukunft werden die Postautos vom Busterminal Süd sowie die Lastwagen von Brugg Kabel durch diese Begegnungszone fahren. Die Eröffnung der neuen Bahnhofstrasse – das Nadelöhr im Campus – sei aus Sicherheitsgründen von Herbst 2012 auf den Januar 2013 verschoben worden, sagt Projektleiter Christoph Bader. Im Erdgeschoss Richtung Windisch wird die Cafeteria mit einem grossen Vorplatz zum Verweilen einladen. Von dort führt eine Personenunterführung direkt nach Königsfelden.

Klare Strukturen und Kunst

An der Aussenfassade werden nun Betonelemente montiert. Im Gebäudeinnern sind leicht verschobene, braune Metallelemente erkennbar. «So wirkt das Gebäude leichter», sagt Schmid. Weiter prägen Säulen die Innenräume von der Tiefgarage über die Schule bis zu den Wohnungen.

Zusätzlich sollen die Lichthöfe kunstvoll gestaltet werden. Kürzlich wurde daher ein Kunstwettbewerb ausgeschrieben. Aus 63 Bewerbungen wurden 15 Künstler eingeladen, ihre Vorschläge auszuarbeiten und zu präsentieren, so Bader. Zu den Auserwählten gehören sowohl Kunstschaffende aus dem Aargau, der übrigen Schweiz sowie zwei Bewerber aus Europa. Gegen Ende Jahr wird die Fachjury einen Entscheid fällen.

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