Der Bunker im Sagimülitäli wurde einst gebaut, um zu verhindern, dass die Deutschen das strategisch wichtige Wasserschloss und den Bözberg einnehmen können. Über 70 Jahre später wird er renoviert.

Viel Rost, Schutt und Russ: So sah das Innere des Bunkers im Sagimülitäli bis vor rund einem Jahr aus, als ihn der Verein Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal kaufe. «Die Anlage ist einzigartig», schwärmt Präsident Thomas Hug. Der Blick von aussen täuscht. Hinter dem unscheinbaren Turm verbirgt sich eine weitläufige unterirdische Anlage. Thomas Hug: «Solche langen Natursteinstollen und diese Vielzahl von Räumen und Gängen findet man selten in Bunkeranlagen.» Und noch eine Besonderheit hat der Bunker im Sagimülitäli: «Er wurde gar nie zu Ende gebaut.»

60 Kubikmeter Schutt entfernt

Nach dem Baubeginn im Jahre 1939 stellte das Militär nur den Kampfteil und einen Teil der Unterkünfte fertig. Als sich die Armee im Sommer 1940 ins Reduit zurückzog, liess man den Bunker so zurück, wie er war. «Einige Räume waren voller Schutt; wir haben seit Renovationsbeginn rund 60 Kubikmeter Schutt und Geröll in Handarbeit aus der Anlage gekarrt.»

Obwohl nie ganz fertiggestellt, wurde der Bunker, der von einer motorisierten Sappeur Kompanie errichtet wurde, auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre fleissig benutzt. «Bis in die 1970er-Jahre brauchte ihn das Militär, danach führte eine Feuerwehr regelmässig Atemschutzübungen durch, weshalb sämtliche Wände voller Russ waren. Und beim Autobahnbau diente er als – geheimes – Sprengstofflager.»

Neue «alte» Türen gesucht

Tausende von Arbeitsstunden hätten er und freiwillige Mitarbeiter des Vereins Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal bereits investiert, so Thomas Hug weiter. Neben dem Ausräumen des Schuttes wurde entrostet, geputzt und neu gestrichen. Die elektrischen Leitungen und Lampen wurden am Ende der Militärzeit demontiert. Gleiche Lampen originaler Bauart werden momentan im Festungsmuseum bereitgestellt. «Auch die Türen und Lüftungsanlage hat das Militär abmontiert, als es den Bunker verliess. Wir haben von andern Festungen in der Schweiz passende Türen aus den 40er-Jahren zusammengesucht und hier montiert.»

Der Bunker im Sagimülitäli soll bis Ende 2014 renoviert und ab Frühling 2015 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. «Wir werden auf jeden Fall einen Tag der offenen Tür für die machen. Schon jetzt werden wir oft gefragt, was wir hier machen. Manchmal erschrecke ich Spaziergänger, weil ich mich aus dem Notausstieg lehnen muss zum Telefonieren, da man sonst nirgends Handyempfang hat», erzählt Thomas Hug.

Besser sichtbar wird der Bunker aber auch nach Abschluss der Renovierung nicht sein. «Es gibt zwar eine Aussenrenovation, aber natürlich in Tarnfarbe. Der Bunker soll möglichst genau so aussehen wie 1940.»