Die Brugger Fasnacht ist in Gefahr. Gleich drei Vorstandsmitglieder der organisierenden Konfettispalterzunft werden zurücktreten. Zunftmeister Hugo Schmid will sein Amt nach 15 Jahren abgeben.

Anfang des letzten Dezembers kündigte Schmid diesen Schritt an. Er habe eine ganze Reihe von Reaktionen erhalten, viele hätten ihr Bedauern geäussert, blickt der 67-Jährige zurück.

Für ein Amt im Vorstand habe sich allerdings bisher noch niemand zur Verfügung stellen wollen.

Die Brugger Fasnacht mit dem farbenprächtigen Umzug – von der Sujet- und Teilnehmerzahl einer der stärksten im Kanton – sei zwar weitherum bekannt und beliebt.

«Die Leute kommen gerne zu uns», sagt Schmid. Trotzdem: «Brugg ist halt keine Fasnachtshochburg mit einer langen Tradition wie Luzern oder Basel.»

Nach wie vor zuversichtlich

Für den Konfettispalter-Vorstand gefragt seien engagierte, innovative Leute, die etwas bewegen und bewirken möchten, fährt Schmid fort. Bei seinem Nachfolger müsste es sich idealerweise, das habe er in den Gesprächen in den vergangenen Wochen gespürt, um eine in Brugg verankerte Persönlichkeit handeln.

Auch wenn derzeit kein Kandidat in Sicht ist: Seine Hoffnung «auf eine positive Lösung» hat Schmid noch nicht ganz aufgegeben. Er betont gleichzeitig, dass es pressiert. Denn an der Sitzung im Mai werden neben ihm der Zunftvizemeister und der Zunftchrämer kürzertreten. Und weil die Vorbereitungsarbeiten für die Fasnacht 2017 gleich im Anschluss beginnen – die Plaketten wollen gestaltet und bestellt sein –, müssen die Schlüsselfunktionen dringend wieder besetzt werden. «Es ist spät, aber nicht zu spät.»

Werde niemand gefunden, sehe er schwarz für die Brugger Fasnacht, sagt Schmid unmissverständlich. Ohne Blutauffrischung im Vorstand könne sie in der heutigen Form nicht mehr durchgeführt werden. Apropos heutige Form: Laut dem scheidenden Zunftmeister sind in Zukunft auch neue Ideen denkbar. Als Beispiel erwähnt er, könnten die Fasnachtsaktivitäten statt über mehrere Tage verteilt nur noch auf den Sonntag mit dem Umzug beschränkt werden. Möglich wäre ebenfalls eine Zusammenarbeit mit einem starken Verein wie dem FC Brugg oder der Värslischmitte, die für die Schnitzelbank-Anlässe im Salzhaus verantwortlich zeichnet. «Warum nicht?», fragt Schmid. Die Konfettispalterzunft werde ja nicht aufgelöst und könne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Konkrete Gespräch müssten allerdings erst geführt werden.

Alle haben gleiche Probleme

Die Organisation der Brugger Fasnacht durch einen kleineren Verein oder eine Guggenmusik sehe er persönlich dagegen eher nicht, fügt Schmid an. Erstere hätten häufig selber Nachwuchssorgen und Mühe, Mitglieder für den Vorstand zu finden. Letztere hätten schon einen prall gefüllten Terminkalender und seien mir ihren Auftritten und Maskenbällen ausgelastet. «Die Probleme sind überall die gleichen.»

Wie wäre es mit einem Fasnachts-Zusammenschluss mit Windisch? Schmid muss schmunzeln. Eine Fusion sei immer ein heikles Thema. Komme hinzu, dass die Fasnacht in der Nachbargemeinde mit dem Kinderumzug und dem Bar-Betrieb ganz anders daherkomme. «Da treffen verschiedene Kulturen aufeinander.»