Budget
Der Brugger Stadtrat setzt den Rotstift an: Gespart wird auch beim Personal

Das Brugger Budget ist überarbeitet – gespart wird bei Personal, Informatik, Schule, Liegenschaften und Strassen.

Michael Hunziker
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Das Brugger Stadthaus. MHU/Archiv AZ

Das Brugger Stadthaus. MHU/Archiv AZ

Michael Hunziker

Der Brugger Stadtrat hat den Sparhebel ansetzen müssen. An der Sitzung im Oktober wies der Einwohnerrat das Budget 2021 nach einer intensiven Diskussion mit 26 zu 19 Stimmen zurück. Bemängelt wurde unter anderem, dass keine Massnahmen zur Verbesserung der Finanzstruktur aufgezeigt wurden. Die Finanzkommission erwartete eine Reduktion des betrieblichen Aufwands von einer halben Million Franken.

Dieser Vorgabe ist der Stadtrat gefolgt und hat das Budget um 576400 Franken gekürzt. Die überarbeitete Version liegt vor und steht an der Sitzung des Einwohnerrats am Samstag, 12. Dezember, zur Diskussion.

Gerechnet wird mit Verlust von 4,19 Mio. Franken

Gerechnet wird bei einem unveränderten Steuerfuss von 97 Prozent neu mit einem Verlust von 4,19 Mio. Franken. In der ursprünglichen Version waren es 4,77 Mio. Franken. Korrekturen vorgenommen worden sind sowohl beim Personal- als auch beim Sach- und Betriebsaufwand. Konkret: Aufgeschoben bis zum 1. Juli des kommenden Jahres werden Stellenbesetzungen bei Stadtkanzlei und Projekte/Controlling sowie Regionalpolizei. Auf später verschoben werden auch mehrere Informatik-Projekte – Stichwort Ersatz Telefonanlage und Präsentationssystem für Stadtratszimmer –, der Kauf von neuen Lehrmitteln für Kindergarten und Schule oder der Studienauftrag Bodenacker. Apropos: Berücksichtigt ist zudem, dass die Skilager im 2021 gestrichen sind und die Schulreisen in reduziertem Rahmen stattfinden wegen Covid-19.

Gekürzt wird beispielsweise ebenfalls beim allgemeinen Unterhalt bei Verwaltungsliegenschaften, beim Mobiliar für die Schule, bei Reparaturen von Fugen und Rissen bei Strassenabschlüssen, bei Trottoirabsenkungen beim Mobilitätsmanagement oder beim Arten- und Landschaftsschutz.

Die Entwicklung soll nicht gehemmt werden

Bereits bei der Präsentation der ursprünglichen Budget-Version wies der Stadtrat auf die unklaren wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise hin. Ausgegangen wird im Vergleich zum Vorjahr von Steuererträgen von 34,04 Mio. Franken, knapp 2,72 Mio. Franken weniger als im Vorjahr.

In dieser ausserordentlichen Situation, so die Behörde, sollen weder die Wirtschaft noch die Konsumentinnen und Konsumenten zusätzlich belastet werden. Mit Blick auf die Vermögenssituation der Stadt werde verzichtet auf ein Sparbudget, das die Entwicklung von Brugg hemmen würde. An dieser Strategie werden trotz Rückweisung des Budgets festgehalten, hält der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest. «Die Änderungen im Budget wurden weitgehend in denjenigen Bereichen vorgenommen, die nach neuesten Erkenntnissen eine Anpassung erlauben, ohne damit die Qualität des Leistungsangebots zu beeinträchtigen.»

Einwohnerrat Samstag, 12. Dez., 16 Uhr, Campussaal.