Bözberg
Der Bohnerzabbau war ein einträgliches Geschäft

Die Gewinnung von Bohnerz für die Herstellung von Eisen hatte auf dem Bözberg im 17. und 18. Jahrhundert seine Blüte. Rund 2500 Tonnen wurden abgebaut, wie an der Bettagswanderung von Pro Bözberg zu erfahren war.

Max Weyermann
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Der Badener Geologe André Lambert zeigt eine Stelle mit Muttergestein und ausgewaschener, rötlicher, bohnerzhaltiger Erde.

Der Badener Geologe André Lambert zeigt eine Stelle mit Muttergestein und ausgewaschener, rötlicher, bohnerzhaltiger Erde.

Max Weyermann

Wie der Badener Geologe André Lambert nach der Begrüssung durch Vereinspräsident Otto H. Suhner erklärte, ist das Bohnerz durch Auswaschung des weisslichen Muttergesteins Jurakalk entstanden. Die weichen Mineralien wurden durch Erosion aufgelöst,und zurück blieben die festen, zum Teil erbsenförmigen metallischen Bestandteile von rötlicher Färbung.

Nach dem Abbau wurden diese mittels Verhüttung zu Eisen verarbeitet.

Gemäss den Ausführungen des Brugger Historikers Titus Meier stammen erste Informationen über den Eisenerzabbau auf dem Bözberg aus der Zeit nach dem Dreissigjährigen Krieg.
1683 erwarben Abraham Chemilleret aus Biel und Johann Jakob Merian aus Basel bei Oberbözberg die neun Jucharten (324 Aren) messende Enzmatt.

Ab Juni 1685 wurde regelmässig Eisenerz nach Brugg geführt und an der Aare auf Transportschiffe verladen. Diese brachten das Material nach Albbruck am Hochrhein, wo Chemilleret und Merian seit kurzem ein grosses Hammer- und Hochofenwerk betrieben.

Die von Bern gewährte Zollfreiheit und die Beschädigung der Strassen durch die schweren Fuhrwerke gaben Anlass zu Auseinandersetzungen mit der Stadt Brugg. Von 1685 bis 1688 mussten die Eisenherren vom Bözberg dem Landvogt 453 Gulden Gewinnbeteiligung abliefern, eine Summe, die zeigt, dass ihre Geschäfte offenbar gut liefen.

Fast überall ein Eisenberg

Mit Unterbrüchen dauerte die Bohnerzgewinnung auf dem Bözberg bis 1769, in der letzten Phase durch andere Unternehmer. Insgesamt wurden rund 2500 Tonnen abgebaut. «Dieser Bözberg ist fast überall ein Eisenberg; so findet man an etlichen Orten, ohne tief zu graben, das beste Eisenerz.»

Mit diesen Worten fasste Pfarrer Abraham Steinhäuslin 1755 seine Kenntnisse über den Erzabbau am Adlisberg zusammen und wies dabei darauf hin, dass nicht nur das Land «fast eisern» sei, sondern auch mehrheitlich die Art der Einwohner. Diese überlieferte Aussage wurde von den rund drei Dutzend Exkursionsteilnehmern mit zustimmendem Schmunzeln aufgenommen.

Der Rundgang führte zur Stelle, wo das Bohnerz in harter Handarbeit im Tagbau gefördert worden war. Hier sind immer noch weisse Kalksteine und rötlich gefärbte Erde zu sehen. Heute wird hier munter weiter gegraben, allerdings durch Dachse, die ihre Höhlen bauen. Abgeschlossen wurde die Exkursion auf der Waldlichtung Imbermättli mit dem gemeinsamen Bräteln im einsetzenden Regen.